EU-Wahl: EVP will Europa gegen Nationalisten verteidigen

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"Deswegen müssen wir als Europäer klare Antworten geben", sagte der EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber. Weber bräuchte aber nicht nur die Sozialdemokraten, sondern auch die Liberalen und womöglich zusätzlich noch die Grünen für eine solide Mehrheit. Der lehnt aber die Forderung der großen Parlamentsfraktionen ab, dass nur einer ihrer Spitzenkandidaten Kommissionschef werden soll.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer betonte, es gehe bei der Wahl auch darum, dass Europa seine Rolle in der Welt nicht anderen überlasse. Macron will, dass die Staats- und Regierungschefs auswählen dürfen. Für sie müsse Weber so schnell wie möglich Kommissionschef werden. Der Niederbayer Weber soll nach den Vorstellungen der EVP nach der Wahl Nachfolger von Jean-Claude Juncker werden. Wie auch immer es ausgeht. Es droht ein Machtkampf nach der Wahl bis hin zur Blockade. Dagegen gibt es aber Widerstände in Europa, unter anderem von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. DIE WIDERSACHER WARTEN In dieser Kulisse drängelt es sich bereits - es sind viele Namen im Umlauf. Eine Kostprobe: der französische Brexit-Unterhändler Michel Barnier. Schlecht für Weber. 3. Der niederländische Regierungschef Mark Rutte. Und natürlich Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die trotz aller Dementis und ihrer erneut unüberhörbaren Unterstützung in München weiter in vielen Hinterköpfen spukt: "Ich werde mich mit allem, was ich kann, dafür einsetzen", verspricht sie in München. Damit sei er "der richtige Mann für unsere Zeit". Diplomaten sagen zudem, es könne auch jemand werden, den niemand auf der Rechnung habe. Trotzdem: Viele gehypte Konkurrenten sind kein Vorteil für Weber. 4.

Hinzu kommt, und Achtung, jetzt wird es wirklich diffizil: Der Posten des Kommissionspräsidenten ist nur einer in einem vielschichtigen Personalpaket. Um die EU zusammenzuhalten, müssen nicht nur Parteien, sondern auch Regionen berücksichtigt werden. Rutte etwa könnte nach dieser Logik nicht Tusk-Nachfolger werden. Aber der gehört wie Weber zur EVP und ist eben auch ein Mann. Das spräche für Vestager als Kommissionschefin. Schlecht für Weber. 5. Zuvor suchen die Fraktionschefs im Europaparlament am Dienstagvormittag eine gemeinsame Linie.

"Manfred Weber ist der Spitzenkandidat, und wir wollen stärkste Fraktion werden und dann Manfred Weber zum Präsidenten der Europäischen Kommission wählen", betonte Merkel.

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