Audi will mehr Elektroautos anbieten - Überregionale Wirtschaft

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Wie Audi-Chef Bram Schot anlässlich der vor kurzem stattgefundenen Hauptversammlung verkündete, wolle man sich "fokussieren".

Mit dem Volkswagen-Konzern im Rücken will Audi den Wechsel in die Elektromobilität nutzen, um in der Dieselkrise verlorenes Terrain gut zu machen. "Wir tanzen als Unternehmen schon seit Jahren auf zu vielen Hochzeiten", sagte Schot.

Die hohen Investitionen in die Elektromobilität, die Digitalisierung und das hochautomatisierte Fahren sollen durch Einsparungen, aber auch durch einen höheren Marktanteil im oberen Premium-Segment finanziert werden, in dem sich am meisten verdienen lässt. "Und wir wollen, inklusive Plug-in-Hybriden, also Autos mit kombinierten Verbrennungs- und Elektroantrieben, 2025 etwa jeden zweiten Audi als Elektromodell verkaufen", sagte er dem Blatt. "Den Audi TT zu Beispiel" und "zum Beispiel den Sportwagen R8", sagte Schot am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Neckarsulm. Und dazu gehöre "auch das Weglassen". Aber die EU-Vorschriften verteuerten Verbrenner bald, und steigende Stückzahlen und technischer Fortschritt machten Elektroautos bald günstiger. Die Elektroautos seien noch nicht alltagstauglich, sie "kosten unfassbar viele Arbeitskräfte", und der Abbau der Rohstoffe für die Batterien habe verheerende Folgen. Menschen in Südamerika seien ohne Wasser, weil es für Lithium gebraucht werde. Auch andere Aktionäre warnten vor einem "Weg in die Sackgasse". Heute ist das Angebot an Elektroautos mit drei Hybridmodellen - A3, A6 und Q7 - und dem vollelektrischen SUV e-tron kleiner als das der Konkurrenz. Schot sagte, er wolle Audi nun "an die Spitze des Wandels im Premiumsegment führen". Bis 2030 will man den ewigen Rivalen Daimler und BMW schließlich mit mehr als 30 Modellen mit Elektroantrieb zeigen, wo der Strom-Hammer hängt - darunter 20 rein batteriegetriebene Wagen - und den Anteil elektrifizierter Wagen am weltweiten Absatz damit auf 40 Prozent hochschrauben.

Laut Schot werde 2019 ein Jahr des Umbaus und des Übergangs für das Unternehmen, welches im vergangenen Jahr und auch im ersten Quartal des laufenden Jahres sinkende Zahlen in Sachen Verkäufe, Umsatz und Ergebnis zu verzeichnen hatte.

Schot hat bereits von einem weiteren Übergangsjahr gesprochen.

Fragen nach Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler und gegen einen amtierenden Audi-Vorstand wurden ausweichend beantwortet.

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