Fridays for Future: Greta Thunberg ruft alle zum weltweiten Streik auf

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Am heutigen Freitag finden in über 2100 Städten weltweit "Fridays for Future"-Proteste statt".

Viele Redner riefen dazu auf, bei der Europawahl ein Zeichen zu setzen und Parteien zu wählen, die Klimaziele verfolgen.

Die schwedische Aktivistin Greta Thunberg und ihre deutsche Mitstreiterin Luisa Neubauer haben in einem Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung die Erwachsenen aufgerufen, sich den sogenannten Klimaprotesten der Schüler und Studierenden an diesem Freitag anzuschließen. In Deutschland sind drei Tage vor der Europawahl besonders viele Menschen auf den Straßen. Die Organisatoren nannten auf Twitter mehr als 300.000 Teilnehmer.

Der Protest soll aber weit über Deutschland hinaus gehen: In mehr als 1660 Städten in über 120 Ländern wollen junge Menschen auf die Straßen gehen.

DIE KLIMASCHUTZIKONE: Greta Thunberg wird den globalen Protesttag in ihrer schwedischen Heimat verbringen: In Stockholm nimmt sie ab 11.30 Uhr an einem Protestmarsch teil, neben ihr werden eine Reihe Forscher und Aktivisten sprechen. In Freiburg zählte die Polizei zwischen 8000 und 10 000, in Kiel 7000, in der Studentenstadt Münster 6000. In 1700 Orten und Städten rund um den Globus gehen Schüler und Schülerinnen auf die Straße, um Politiker dazu aufzurufen, sich stärker und konsequenter als bisher für den Klimaschutz einzusetzen. Dass die Proteste während der Unterrichtszeit stattfinden, hat in Deutschland zu einer Debatte geführt. Mittlerweile haben sich aber auch Eltern, Wissenschafter und andere den Demonstrationen angeschlossen.

Die globale Aktion am Freitag stellte die zweite Auflage im Grossformat dar - an der ersten hatten sich am 15. März weltweit etwa 1,9 Millionen Menschen beteiligt. Sie riefen Erwachsene auf, sich den jungen Demonstranten anzuschliessen.

Fridays for Future fordert, dass die Politik beim Thema Klima auf die Wissenschaft hört, die Ziele des Pariser Weltklimaabkommens einhält und mit entschiedenen Massnahmen dazu beiträgt, die Erderwärmung bei 1,5 Grad Celsius zu stoppen. Schon heute ist es auf der Erde etwa ein Grad Celsius wärmer als vor der Industriellen Revolution. Nach asiatischen Ländern wie Indien und Indonesien wird dann auch in allen 28 EU-Staaten sowie in mehreren afrikanischen Staaten demonstriert, ehe Nord-, Mittel- und Südamerika dran sind.

"Das hier ist deine Chance, als junger europäischer Staatsbürger dabei Mitsprache zu haben, welche Angelegenheiten in den nächsten fünf Jahren Priorität in der EU haben werden", sagt Thunberg in dem Video. Fridays for Future hatte den zweiten Anlauf bewusst in die Zeit der Europawahl gelegt. Auch in der Schweiz haben über 20'000 Menschen an den Klimastreiks teilgenommen.

Tausende Demonstranten ziehen am Friday for Future durch Berlin - vorbei am RTL-Hauptstadtstudio zum Brandenburger Tor.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat unterdessen eine entschlossenere Klimapolitik der Bundesregierung gefordert. "Wir brauchen Entscheidungen, in der Klimapolitik wie anderswo", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag).

Es sei gut, dass sie Druck machten, so Schäuble.

DIE ERFOLGE: Die Bewegung wird weltweit beachtet - auch in den höchsten Etagen der Macht.

Unterstützung bekommen die Streikenden in der Hauptstadt derweil vom Landesjugendring Berlin.

Die Sprecherin der Kampagne in Neuseeland, Sophie Handford, forderte die Regierung des Pazifikstaats auf, einen "Klima-Notstand" auszurufen.

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