Diesel-Skandal: Bosch muss 90 Millionen Euro Bußgeld zahlen

Einstellen Kommentar Drucken

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat dem Unternehmen wegen der fahrlässigen Verletzung der Aufsichtspflicht eine Summe in Höhe von 90 Millionen Euro aufgebrummt. Die Fahrzeuge stießen aber mehr Stickoxide aus als zulässig. Bosch hat demnach von 2008 an rund 17 Millionen Motorsteuer- und Dosiersteuergeräte an verschiedene Autohersteller geliefert, "deren Software teilweise unzulässige Strategien enthielt".

Das gegen die Robert Bosch GmbH geführte Ordnungswidrigkeitenverfahren wurde mit der Entscheidung der Staatsanwaltschaft rechtskräftig abgeschlossen. Es sei davon auszugehen, dass die Initiative für die Anwendung der illegalen Softwarebestandteile von den Mitarbeitern der jeweiligen Autobauer ausging. Experten hatten im Zuge des VW-Dieselskandals mit einem deutlich höheren Betrag gerechnet. Anfang Mai teilte die Staatsanwaltschaft Stuttgart mit, dass die VW-Tochter Porsche 535 Millionen Euro Bußgeld akzeptiere.

Stuttgart - Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat gegen den Zulieferer Bosch im Zusammenhang mit dem Dieselskandal ein Bußgeld von 90 Millionen Euro verhängt. Die Ermittlungen gegen Bosch-Mitarbeiter gehen aber dennoch weiter. Nach Angaben des "Spiegel" könnten sich diese auf bis zu eine Milliarde Euro belaufen. Die belieferten Automobilhersteller verbauten die Steuergeräte in ihren Fahrzeugen, erwirkten behördliche Genehmigungen für diese und brachten sie schließlich auf den Markt.

Damit fällt die Zahlung deutlich niedriger aus als etwa bei Volkswagen und den Töchtern Audi und Porsche, die zusammen Bußgelder von mehr als zwei Milliarden Euro zahlen mussten. In Deutschland waren fast drei Millionen Autos betroffen. Die Software drückte den Schadstoffausstoß bei Emissionstests, damit dieser niedriger erschien.

Insgesamt zahlte der Konzern weltweit bisher über 30 Milliarden Euro an Strafen und Vergleichen mit Kunden. So fordern vor Zivilgerichten in den USA Händler und Fahrzeugeigentümer Schadenersatz von Bosch; um wie viele Verfahren es sich dabei handelt, ist unklar. Bei der Bemessung berücksichtigte die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben, dass die Verantwortlichen bei Bosch bereits seit Oktober 2015 "umfassend, konstruktiv und zudem ohne Fokussierung auf bestimmte Absatzmärkte" mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten. Die Summe, die Bosch zahlen muss, setzt sich jeweils zusammen aus der Ahndung der Ordnungswidrigkeit (2 Millionen Euro) und einer Gewinnabschöpfung (88 Millionen Euro). Ebenso wie Porsche kann Bosch den Teil der Gewinnabschöpfung steuerlich geltend machen.

Comments