Regierung: Deutschland zieht Personal aus der Botschaft in Venezuela ab

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Maduro hat Washington wiederholt vorgeworfen, den Stromausfall mit Cyberattacken auf das größte Wasserkraftwerk des Landes verursacht zu haben. Die venezolanische Generalstaatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen Sabotage gegen den Oppositionsführer und selbsternannten Interimspräsidenten Guaidó ein.

Caracas. In dem seit Wochen andauernden Machtkampf in Venezuela haben sich Regierung und Opposition in eine Sackgasse manövriert. Die Ausreise habe sich daher verzögert, sagte der Außenamtssprecher. "Dann wird zu entscheiden sein, wie man weiter vorgeht", sagte der Sprecher. Bereits seit Januar wird gegen Guaidó ermittelt, nachdem sich der Abgeordnete zum Übergangspräsidenten erklärt und Staatschef Maduro damit offen herausgefordert hatte. Guaidó will Maduro aus dem Amt drängen und Neuwahlen organisieren.

Vor seinem Abflug traf sich Kriener noch einmal mit Guaidó.

"Mehr als jemals zuvor ist Venezuela auf seine Bodenschätze angewiesen", schrieb Guaidó auf Twitter. Und auch Dienstag und Mittwoch erklärte die Regierung unter Maduro zu einem arbeits- und unterrichtsfreien Tag. Die Wiederwahl des Sozialisten im vergangenen Jahr habe nicht den demokratischen Spielregeln entsprochen, lautet der Vorwurf der Opposition.

Angesichts des eskalierenden Konflikts zwischen den USA und dem venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro hat das restliche US-Botschaftspersonal das südamerikanische Land verlassen. Allerdings konnte er im Land selbst noch keine echte Machtposition aufbauen, auch weil die Führungsriege des Militärs noch immer Maduro die Treue hält.

"Wir haben kein Licht, wir haben kein Wasser", sagte eine Bewohnerin des Viertels Santa Monica im Süden der venezolanischen Hauptstadt im Fernsehsender VPI. Ein Termin dafür werde noch gesucht. Der Minister wandte sich am Donnerstag auch in einer Videobotschaft an das Volk in Venezuela: Er versprach den Menschen in dem notleidenden Land humanitäre Hilfe und warf Maduro vor, Hilfslieferungen zu blockieren.

Die USA ziehen demnach ihre noch in Venezuela verbliebenen Botschaftsmitarbeiter ab. Die deutsche Botschaft in Caracas soll nach Angaben von Guaidó trotz Krieners Ausweisung zunächst geöffnet bleiben. Geführt werde die Auslandsvertretung nun vorerst von der Geschäftsträgerin Daniela Vogl. Dies gelte für "praktisch das ganze Land", fügte Rodriguez hinzu. "Im Einklang mit meinen Befugnissen als Übergangspräsident habe ich mich mit Energieexperten in Deutschland, Brasilien, Japan und Kolumbien in Verbindung gesetzt, um sie um technische Unterstützung zu bitten und einen Ausweg aus der Krise zu finden", sagte Guaidó am Sonntag.

Autos fahren auf einer stockdunklen Autobahn durch die venezolanische Hauptstadt.

Auch die Wut vieler Venezolaner über die kollabierte Energieversorgung entzündete nicht den Funken, um einen massiven Volksaufstand gegen Maduro auszulösen. Am Montag wollte die von der Opposition kontrollierte Nationalversammlung den Notstand erklären.

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