Gewalt, Brände, Plünderungen:Protest der "Gelbwesten" eskaliert in Paris

Einstellen Kommentar Drucken

Wieder einmal ist Paris Schauplatz von Straßenkämpfen.

"Wir waren zu nett, darum die Gewalt heute", kommentierte ein Demonstrant die Vorfälle.

Beim "Gelbwesten"-Protest in Paris kommt es zu gewalttätigen Ausschreitungen". Später versuchte ein ebenfalls abgezogener Wasserwerfer, eine Menschenmenge von zwei Luxusgeschäften zu vertreiben. Auch an anderen Stellen wurden Brände gelegt. Innenminister Christophe Castaner schrieb auf Twitter von "unannehmbaren Attacken".

Es ist das 18. Wochenende in Folge, an dem die Bewegung protestiert. Zahlreiche Führungsfiguren der Gruppe hatten anschließend relativ einhellig dazu aufgerufen, an diesem Samstag in Paris zu demonstrieren.

Landesweit protestierten nach Angaben des Innenministeriums rund 14.500 "Gelbwesten". Vor einer Woche gingen in ganz Frankreich nur noch 28.000 Menschen auf die Straße - ein deutlicher Kontrast zu den fast 300.000 Menschen beim ersten Protestmarsch im November.

Am Vormittag hatte Castaner erklärt, dass sich professionelle Randalierer unter die Demonstranten gemischt hätten. Die Menge applaudiert. Ein Mann - auf seiner gelben Weste steht, dass er ein "armer Rentner" sei - macht mit dem Handy Bilder von den Verwüstungen.

Präsident Emmanuel Macron soll unterdessen übereinstimmenden Berichten zufolge eine Skireise in den Pyrenäen verkürzt haben.

Auf Fernsehbildern waren eingeschlagene Scheiben und brennende Autos zu sehen. Unter anderem hatten Randalierer das Edelrestaurant Fouquet's geplündert und sein Vordach angezündet, das Feuer griff auf benachbarte Ladenlokale über. Nach offiziellen Angaben wurden Dutzende Personen festgenommen. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo rief zur Ruhe auf und appellierte an die Verantwortung aller. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Demonstranten zurückzudrängen. Bei Ausschreitungen während der Gelbwesten-Proteste im vergangenen Dezember wurde das Wahrzeichen der Hauptstadt schwer beschädigt - Randalierer drangen damals in das Nationalsymbol Frankreichs ein.

Rund um die Champs-Élysées in Paris kam es zu Ausschreitungen.

In der Nähe der Prachtmeile ging am Samstag ein Wohnhaus in Flammen auf. Mehrere Tausend "Gelbwesten" haben sich in Paris am Triumphbogen und auf den Champs-Èlysées versammelt, sie wollen Stärke demonstrieren, zeigen, dass die Bewegung noch lange nicht am Ende ist. Eine Mutter und ihr Baby mussten gerettet werden.

Die Mutter und ihr Kind befanden sich den Angaben nach im zweiten Stock und wurden von Feuerwehrleuten in Sicherheit gebracht.

Eine Mehrheit der Franzosen blickt einer aktuellen Umfrage zufolge am Ende von Präsident Emmanuel Macrons Bürgerdebatte positiv auf das gewaltige Projekt zurück.

Macron hatte als Antwort einen landesweiten Bürgerdialog ins Leben gerufen. In Paris waren es demnach 10'000 Demonstranten.

Comments