Venezolanische Behörden setzten Reporter Billy Six auf freien Fuß

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Nach vier Monaten Haft haben die venezolanischen Behörden den deutschen Journalisten Billy Six unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Six sei am Freitag (Ortszeit) freigelassen worden, müsse sich aber alle zwei Wochen bei der Justiz melden, teilte die Nicht-Regierungsorganisation Espacio Público, die sich für die Pressefreiheit einsetzt, im Kurzbotschaftendienst Twitter mit.

Der 32‐jährige Deutsche war Mitte November in Venezuela festgenommen worden (Die Tagesstimme berichtete). Er klagte mehrfach über die harten Haftbedingungen und trat zeitweise in Hungerstreik. In Venezuela herrscht derzeit eine akute Staatskrise, in der sich der umstrittene linksgerichtete Staatschef Nicolás Maduro und der selbst ernannte Übergangspräsident Juan Guaidó gegenüber stehen.

Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen (ROG) wurde ihm Spionage, Rebellion und das Verletzen von Sicherheitszonen vorgeworfen. In Venezuela stehen darauf bis zu 28 Jahre Haft. Allerdings hält die Organisation Reporter ohne Grenzen die Vorwürfe für nicht belegt und forderte immer wieder die sofortige Freilassung von Six.

Zuletzt wurde der Fall Six auch in Deutschland zum Politikum: Die AfD warf der Bundesregierung vor, sich wegen Six' politischer Einstellung nicht mit genug Nachdruck für dessen Freilassung einzusetzen. Das Auswärtige Amt wies diese Vorwürfe zurück.

Zurzeit ist ein UN-Team in Venezuela unterwegs, um einen möglichen Besuch der Hochkommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Michelle Bachelet, vorzubereiten. Ob die Freilassung von Six mit der UN-Mission zu tun hat, war zunächst unklar. Die Menschenrechtsorganisation Foro Penal hatte zuvor mitgeteilt, dass sie mit der Freilassung einiger politischer Gefangener rechne. Erst am Freitag wurde ein polnischer Journalist von Polizisten heftig verprügelt.

Es gebe andauernde Angriffe auf das größte Wasserkraftwerk Venezuelas und andere Einrichtungen, sagte Maduro.

Ab dem 7. März war in ganz Venezuela für fast sechs Tage der Strom ausgefallen.

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