Mindestens 40 Tote bei Angriff auf Moscheen in Neuseeland

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Er hat seinen Angriffe auf Facebook gestreamt. Dort hätten sich zwei weitere Feuerwaffen befunden, sagte Ardern. Die Polizei wollte sich nicht näher dazu äußern, ob die Tat in der zweiten Moschee ebenfalls auf das Konto des Australiers geht oder andere dahinter stehen.

Die Polizei riegelte die Innenstadt von Christchurch ab und schickte bewaffnete Beamte an mehrere Schauplätze in der Stadt. Der Angriff begann gegen 13.40 Uhr Ortszeit (Freitagmorgen, 1.40 Uhr MEZ), also mitten am Tag. Ministerpräsidentin Jacinda Ardern sprach von einem der dunkelsten Tage für Neuseeland und einem beispiellosen Gewaltakt. Augenzeugenberichten zufolge soll er auch auf Kinder geschossen haben!

Der Schütze ist mit einer automatischen Waffe in die Moschee gelaufen. In der Moschee brach Panik aus, blutverschmierte Menschen versuchten, nach draußen zu gelangen.

Nach der Beschuldigung wegen Mordes dürften noch weitere Anklagepunkte gegen ihn folgen. Später teilte die Polizei, die Abriegelung der Schulen in ganz Christchurch sei aufgehoben worden. In der angespannten Lage sprengte das Militär zwei herrenlose Taschen im Zentrum von Auckland. Ihr Inhalt erwies sich als harmlos.

Bisher ist keiner der Toten identifiziert. Die Moscheen in Christchurch und im Vorort Linwood würden angegriffen. Unter ihnen waren nach Angaben des indonesischen Außenministers Retno Marsudi sechs Indonesier. Nach anderen Verdächtigen werde derzeit nicht aktiv gesucht. Zwei Verletzte sind noch in kritischem Zustand. Nach Angaben des diplomatischen Vertreters Indiens werden neun Menschen mit indischer Staatsbürgerschaft oder indischer Abstammung vermisst. Ein weiteres Opfer sei später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen.

Die Kricket-Nationalmannschaft von Bangladesch ist dem Angriff nur knapp entkommen.

Auch wenn Muslime in Neuseeland sehr in der Minderheit sind: An die Moschee in der Deans Avenue, einer eher ruhigen Straße, hat man sich in der drittgrößten Stadt des Pazifikstaats schon lange gewöhnt. "Dann haben alle Leute angefangen davonzulaufen". Auch bei Twitter ist seine Seite nicht mehr aufrufbar. Darin soll der Mann beschreiben, wie er die Attacke plante, warum er sich Moscheen als Ziel aussuchte sowie persönliche Informationen über sich selbst. Die Polizei rief dazu auf, das Material nicht weiter zu verbreiten.

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Der Name des Täters wurde offiziell noch nicht bekanntgegeben, doch bestätigte Australiens Premierminister Scott Morrison, dass es sich um einen australischen Staatsbürger handle. Er beschrieb den Mann als "extremistischen, rechtsgerichteten, gewalttätigen Terroristen".

CNN berichtet, dass er vor seinem Angriff auf einem Social-Media-Profil einen Link zu einem 87-seitigen anti-muslimischen Manifest gepostet haben soll. Beim Hauptverdächtigen handelt es sich um einen rassistischen und islamophoben 28-jährigen Australier.

Screenshot 7 News SydneyDer Täter ist ein in Australien geborener Neuseeländern. Überschrieben ist das Hass-Manifest mit "The Great Replacement". Auf Bildern von den Waffen des Täters sind darauf handgeschriebene Namen von mehreren historischen Militärvertretern zu erkennen, von denen viele an der Tötung von Muslimen beteiligt waren. Der Stream wurde von einem Nutzer auf YouTube veröffentlicht, der 2011 der Plattform beigetreten ist, aber nur das eine Video hochgeladen hat. Wörtlich sagte Morrison: "Wir verurteilen diese Attacke, die heute von einem rechtsextremistischen gewalttätigen Terroristen begangen wurde, aufs Schärfste". Der russische Staatschef äußerte seine Hoffnung auf die baldige Genesung aller Verletzten.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die mutmaßlichen Terror-Angriffe scharf verurteilt. Erdogan bekundete "der islamischen Welt und den Menschen von Neuseeland" sein Beileid.

Vor der neuseeländischen Botschaft in London trauern Menschen.

Nachdem ein mutmaßlicher Australier an zwei Moscheen in Neuseeland 49 Menschen tötete, finden nun weltweit Kondolenztreffen statt. Auch Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) ist über die Tat erschüttert. Jetzt dürfen Familien und Freunde wieder hinein.

Klar ist, dass der Anschlag während des Freitagsgebets auf zwei Moscheen verübt wurde. Zudem wurden durch Schüsse in den beiden Gotteshäusern Dutzende Menschen verletzt.

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