"Grande-America"-Untergang: Nach Frachter-Unglück droht Ölpest!"

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Der im Atlantik treibende Ölteppich könnte seiner Einschätzung nach bereits am Sonntag oder Montag die französische Westküste erreichen, die im Sommer zahlreiche in- und ausländische Touristen anzieht.

De Rugy zieht auch einen Unterwasser-Roboter-Einsatz in Erwägung. Nun solle von einem Flugzeug aus beobachtet werden, wohin das Öl treibe.

Nach den Worten des Ministers droht aber keine Ölpest wie nach dem Untergang des Tankers "Erika" vor der bretonischen Küste 1999.

Die "Grande America" war am Dienstag nach einem Brand gut 330 Kilometer vor der französischen Westküste gesunken.

Die Ölteppiche trieben mit einer Geschwindigkeit von rund 30 Kilometern pro Tag in Richtung Osten, hatte Stéphane Doll, Leiter der auf Wasserverschmutzung spezialisierten Einrichtung Cedre, gesagt.

De Rugy nannte als gefährdete Regionen das Departement Charente-Maritime mit der Hafenstadt La Rochelle und das Département Gironde, in dessen Mitte Bordeaux liegt. Im Golf von Biskaya ist ein Frachtschiff untergegangen, es hatte 2.200 Tonnen Öl und nicht näher definiertes "Gefahrgut" geladen. Er sei neun Kilometer lang und sieben Kilometer breit, teilte ein Sprecher der Meerespräfektur gestern bei einer Pressekonferenz mit Umweltminister Francois de Rugy in Brest mit. Der zweite Teppich ist demnach rund 9 Kilometer lang, ebenfalls 7 Kilometer breit, aber insgesamt weniger kompakt als der erste.

Die erste verunreinigte Zone ist offiziellen Angaben nach etwa 13 Kilometer lang und 7 Kilometer breit. Ein Spezialschiff zur Bekämpfung der Meeresverschmutzung ist unterdessen auf dem Weg zur Unglücksstelle.

Die Bedingungen sind alles andere als einfach: Die See sei sehr rau, Wellen erreichten eine Höhe von bis zu sechs Metern, berichtete die Präfektur.

Ein Ölteppich treibt auf Frankreich zu. An Bord hatte das Schiff auch Gefahrgut.

Der Umweltminister wies auf die schwierigen Wetterbedingungen hin.

Nach Angaben des Meerespräfekten Jean-Louis Lozier bat Frankreich zudem die Europäische Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs (EMSA) um Unterstützung. In Biarritz, einem Badeort in der nähe der spanischen Grenze, will Präsident Emmanuel Macron im August den Gipfel der sieben großen Industrieländer (G7) stattfinden lassen. In Frankreich wurden Erinnerungen an frühere Schiffskatastrophen wach. Dort brannte tagelang das Frachtschiff "Grande America". Das Schiff hatte auch Gefahrgut an Bord. Der Inhalt von 45 Schiffscontainern wird von den Behörden als gefährlich eingestuft. Das 214 Meter lange Schiff transportierte auch rund 2.000 Fahrzeuge und hatte außerdem rund 2.200 Tonnen Schweröl an Bord, wie der Sender Franceinfo berichtete. Die "Grande America" gehört zur italienischen Grimaldi-Gruppe. Die Menschen an Bord wurden alle gerettet. Die "Grande America" war auf dem Weg nach Casablanca in Marokko.

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