VW-Wertpapiergeschäfte: US-Börsenaufsicht verklagt Winterkorn

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Neuer Ärger für Volkswagen infolge des Dieselskandals in den USA: Die US-Börsenaufsicht SEC hat wegen angeblicher Verstöße gegen amerikanische Wertpapiergesetze Klage gegen den Autokonzern eingereicht. Die Securities and Exchange Commission (SEC) beschuldigt den Autobauer und den Manager, Anleger in den Vereinigten Staaten betrogen zu haben. Gegen diese Bestimmungen soll der Autokonzern verstoßen haben, als er 2014 und 2015 in den USA Anleihen und forderungsbesicherte Wertpapiere über insgesamt rund 13 Milliarden US-Dollar ausgegeben hat, ohne dabei offenzulegen, dass er Millionen nicht zulassungsfähige Dieselfahrzeuge mit Schummelsoftware verkauft hat. Der Konzern habe nie "die Hunderte von Millionen Dollar" zurückgezahlt, die er bei den Wertpapiergeschäften "auf betrügerische Weise eingenommen" habe.

Winterkorns Anwalt war zunächst nicht zu erreichen. Sein Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab und verwies für Anfragen an VW.

Volkswagen erklärte, der Konzern werde sich energisch gegen die beispiellose Klage zur Wehr setzen. Sie weise erhebliche juristische und inhaltliche Mängel auf. Die Investoren seien nicht geschädigt worden und hätten sämtliche mit den Papieren verbundenen Zahlungen vollständig und pünktlich erhalten.

Die US-Börsenaufsicht verklagt den Autohersteller Volkswagen und dessen ehemaligen Chef Martin Winterkorn.

"Volkswagen hat bereits vor über zwei Jahren milliardenschwere Vergleichsabkommen mit dem US-Justizministerium, fast allen US-Bundesstaaten sowie beinahe 600.000 Verbrauchern in den USA geschlossen", sagt ein VW-Sprecher. "Bedauerlicherweise versucht die SEC, nun noch einmal draufzusatteln". VW hatte bereits in seinem jüngst vorgestellten Jahresbericht 2018 darauf hingewiesen, dass die SEC Auskunft wegen möglicher Verletzungen von Wertpapiergesetzen verlangt habe.

Der Dieselskandal war im September 2015 bekanntgeworden. Wenige Tage später trat Winterkorn zurück. Gegen Winterkorn erließ die US-Justiz auch einen Haftbefehl. Die US-Staatsanwaltschaft wirft dem 71-Jährigen Verschwörung zur Täuschung der Behörden bei den Abgasmanipulationen vor.

Im Geschäftsbericht 2007 hatte VW die weltweit sauberste Dieseltechnik angekündigt.

Volkswagen sieht sich - neben Klagen von Autokäufern - auch in Europa einer Reihe von Anlegerklagen gegenüber, vor allem im Kapitalanlegermusterverfahren von Aktionären vor dem Oberlandesgericht Braunschweig.

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