Spotify klagt: EU-Kommission soll Apple in die Schranken weisen

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Ohne den App Store von Apple hätte Spotify niemals das Geschäft aufbauen können, das das Unternehmen bisher erreicht habe, so Apple weiter.

Vor ein paar Tagen ging Spotify an die Öffentlichkeit, der Anbieter fühlt sich von Apple bezüglich seines Angebots ungerecht behandelt.

Apple habe in seinem App Store Regeln eingeführt, die die Auswahl für Konsumenten einschränkten und Innovationen bremsten, erklärte Spotify-Chef Daniel Ek am Mittwoch. Dass Spotify den AirPlay-Button in einem "Spotify Connect" betitelten Menü versteckt, verschweigt es geflissentlich. So habe Apple regelmäßig App-Updates blockiert und Spotify von firmeneigenen Produkten wie der Assistenzsoftware Siri, dem vernetzten Lautsprecher HomePod und der Computer-Uhr Apple Watch ferngehalten. Für jeden App-Entwickler gäbe es aber Richtlinien, an die sich jeder zu halten habe. Laut Apple war Spotify Aussage, dass man daran arbeite. Mit dem Beispiel CarPlay führt Apple an, dass Spotify tief in Systeme integriert ist und dem Dienst de gleichen Tools zur Verfügung stehen, wie allen anderen Entwicklern auch. Als die App im September 2018 eingereicht wurde, wurde sie ganz normal freigeben, ohne Verzögerungen oder andere Hindernisse. Sie versuchen nicht nur den App Store zu melken, sondern auch Künstler, Musiker und Songwriter. Das sei aber keine Diskriminierung, wie von Spotify behauptet, sondern so gewollt. Damit spielt Spotify darauf an, dass Apple neben dem App Store auch den eigenen Musikstreamingdienst Apple Music betreibt. 30 Prozent der Einnahmen von Verkäufen und Abo-Diensten im ersten Jahr (ab dem zweiten Jahr 15 Prozent) abzugeben, empfindet Ek als deutlich zu hoch - zumal Apple mit dem eigenen Streamingdienst Apple Music einen Spotify-Konkurrenten im Programm habe, der naturgemäß nicht von den Store-Gebühren betroffen sei. Darüber hinaus fordert Spotify eine Abschaffung der Kommunikations-Restriktionen, die der Store zwischen Anbieter und Nutzer schafft. So sei ein Großteil der Spotify-App-Nutzer in der Kategorie Free-Nutzer zu finden, die also keinerlei Geld für den App Store bringen. Grundsätzlich stelle die Situation zwar kein Problem dar, doch Apple nutze die eigene Marktmacht mit über einer Milliarde iOS-Nutzern aus und verschaffe sich einen unfairen Wettbewerbsvorteil. Spotify verlange aber, dass dieser Anteil auf 0 fällt.

Spotify wäre ohne das App-Store-Ökosystem nicht in der Position, in der sie heute sind. Nun legt der Streaming-Marktführer Beschwerde bei der EU-Kommission ein. Welche Unternehmen das sind, wollte Spotify nicht nennen. Das allgemeine Verhalten von Apple in seinem App Store sei missbräuchlicher Natur, da direkte Wettbewerber unfair eingeschränkt würden.

Apple betont, dass es schon immer zur Leitlinie des Unternehmens gehört hat, Kunst und Kreativität zu fördern. Und Apple kann sich auch ein letzt Spitze an Spotify nicht verkneifen: Man sei stolz auf die Arbeit, die Spotify dazu verholfen hat, ein erfolgreiches Business mit Hunderten Millionen Nutzern aufzubauen und man wünscht weiterhin viel Erfolg - denn dafür habe man den App Store schließlich geschaffen.

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