Beschwerde bei EU-Kommission:Spotify fühlt sich von Apple benachteiligt

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Weiterhin stört sich Spotify daran, dass Apple es in seinen AppStore-Richtlinien untersagt, dass die Nutzer in der App selbst darauf hingewiesen werden, dass sie auch andere Bezahlwege nutzen können. Mit Netflix ist jüngst ein weiterer prominenter Streaming-Anbieter von Apples Bezahlschnittstelle abgesprungen.

Das Info-Portal, das die gestern von Spotify eingereichte Wettbewerbs-Beschwerde gegen Apple begleitet und die Begründung liefert, warum die Skandinavier bei der Europäischen Kommission vorstellig wurden, zählt nämlich zahlreiche Einzel-Instanzen auf, in denen Spotify Apple eine ungerechte Behandlung vorwirft. Das gilt auch für Käufe innerhalb von Apps. Bei Abo-Erlösen senkt Apple die Abgabe vom zweiten Jahr an auf 15 Prozent.

Musikstreaming-Anbieter zeigten sich schon lange unzufrieden damit, dass sie einen Teil der Abo-Erlöse an Apple abgeben müssen, während der Konzern bei seinem konkurrierenden Dienst den gesamten Betrag bekommt. "Wenn wir diese Steuer bezahlen, würde uns das zwingen, unsere Premium-Mitgliedschaft künstlich deutlich teurer zu machen als Apple Music", kritisierte Ek.

Spotify hat sich nach eigenen Angaben bereits 2015 aktiv darum bemüht eine Apple Watch-App anzubieten, Apple habe die hierfür nötige Zusammenarbeit jedoch mehrfach abgelehnt. Inzwischen kann man das Premium-Abo auf dem iPhone gar nicht mehr abschliessen. Der App Store für iDevices biete besagte Konditionen wegen einiger von Apple angestoßener Änderungen in den letzten Jahren leider nicht mehr. Grundsätzlich stelle die Situation zwar kein Problem dar, doch Apple nutze die eigene Marktmacht mit über einer Milliarde iOS-Nutzern aus und verschaffe sich einen unfairen Wettbewerbsvorteil.

"Wir wollen keine Sonderbehandlung", schrieb Ek und verwies darauf, dass etwa der Fahrdienst-Vermittler Uber oder der Essenlieferdienst Deliveroo auch keine Abgaben für die einzelnen Transaktionen in ihren jeweiligen Apps zahlen müssten.

Spotify schloss das vergangene Quartal mit 96 Millionen zahlenden Abo-Kunden ab, 9 Millionen mehr als drei Monate zuvor. Zusammen mit der Gratis-Version kam Spotify auf 207 Millionen Nutzer. Nachdem es Spotify in intensiven Gesprächen mit Apple nicht gelungen sei, den iPhone-Hersteller zu einem Umdenken bei einigen der Abo- und Zahlungsbedingungen des App Stores zu überzeugen, wende sich das schwedische Unternehmen jetzt an die EU-Kommission, so Spotify-CEO Daniel Ek.

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