Nach Flugzeugabstürzen: Boeing verspricht Software-Erweiterung - Aktie verliert

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Bei andauernden Problemen könnten auch massive Umrüstungskosten und Geschäftseinbußen drohen. Unterdessen wurde der internationale Flugverkehr aus Furcht vor weiteren Zwischenfällen zunehmend in Mitleidenschaft gezogen.

Beim Absturz einer Maschine der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines in der Nähe der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba waren am Sonntag 157 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch drei Österreicher und ein in Kärnten tätiger Pfarrer aus Deutschland. Angesichts zahlreicher Start- oder Überflugverbote der Luftfahrtbehörden kann die Boeing 737 Max 8 kaum mehr in Europa, China, weiten Teilen Südostasiens und Australien fliegen.

Auch die norwegische Fluggesellschaft Norwegian stellte den Betrieb der betroffenen Boeing Maschinen bis auf Weiteres ein.

Hätte das Flugzeugunglück mit der Boeing 737 Max 8 verhindert werden können? Seit 2017 wurden rund 350 der Flieger ausgeliefert. Aus Sicht der FAA ist es aber noch zu früh, um Konsequenzen zu ziehen.

"Für Deutschland ist das Thema ja irrelevant, weil wir hier noch keine Maschinen dieses Typs haben - in den anderen Ländern werden wir jedoch die Kapazitäten anpassen müssen", sagte am Dienstag Tuifly-Sprecher Aage Dünhaupt der Deutschen Presse-Agentur. Bislang hätten die Überprüfungen der Behörde keine "systemischen Leistungsprobleme" bei dem Flugzeugtyp und keine Grundlage für ein Startverbot ergeben, teilte der FAA-Chef Daniel Elwell am Dienstag auf Twitter mit.

Der zweite Absturz einer Boeing 737 Max 8 binnen Monaten sorgte für wachsende Zweifel an der Sicherheit des Flugzeugtyps und machte Anleger nervös.

Die Überarbeitung der Software erfolgte Boeings Mitteilung zufolge im Zuge des in Indonesien abgestürzten Lion-Air-Flugs und werde in den kommenden Wochen bei sämtlichen 737-Max-Maschinen installiert.

US-Präsident Donald Trump sprach sich mittlerweile gegen den Einsatz von zu viel Computertechnologie in der Luftfahrtbranche ausgesprochen.

Für den Flugzeugbauer Boeing ist es der Super-Gau. Es folgte ein langer Kampf Pilot gegen Maschine, währenddessen das Flugzeug 26-mal zwischen dem vom Computer angeordneten Sinkflug und dem vom Piloten gesteuerten Steigflug wechselte. Doch diese Komplexität berge Gefahren, so Trump. "Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich will keinen Albert Einstein als meinen Piloten. Oder ließ sich das Flugzeug einfach nicht unter Kontrolle bringen?" Der Luftfahrtjournalist Phil LeBeau sagte CNCB, die FAA orientiere sich an Daten: "Wenn es Hinweise darauf gäbe, dass es bei vielen Starts problematische Situationen gab, die Piloten zwar lösten und das Flugzeug sicher von A nach B brachten, die aber unregelmäßig sind, dann würde das Flugzeug am Boden bleiben". Chinas Luftfahrtbehörde hatte in der Begründung des Startverbots darauf verwiesen, dass es bei beiden Unglücken "gewisse Ähnlichkeiten" gegeben habe. Die 737 Max gibt es in mehreren Varianten mit unterschiedlicher Ausstattung. Statistiken besagen, dass bisher weltweit 350 Maschinen in Dienst gestellt wurden und mehr als 5000 Bestellungen von zahlreichen Fluggesellschaften vorliegen.

An der Börse ging es für die Boeing-Aktie weiter deutlich abwärts.

Boeing ist ein US-Unternehmen mit Hauptsitz in Chicago. Vorausgegangen war eine Notlandung des Langstreckenjets in Japan, nachdem eine Batterie durchgeschmort war.

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