Boeing 737 Max 8: Piloten klagten vor Absturz über Sicherheitslücke!

Einstellen Kommentar Drucken

Inzwischen hat auch der Tui-Konzern seine 15 Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 vorübergehend stillgelegt.

Die EASA folgte damit der Entscheidung zahlreicher EU-Staaten, die nach dem Absturz zweier Maschinen den Luftraum für diesen Flugzeugtyp gesperrt hatten.

Das stürzte Boeing nicht nur in eine tiefe Imagekrise: Die 737-Max-Serie ist der gefragteste Flugzeugtyp des Airbus-Rivalen.

Der Flugzeugtyp 737 Max 8 ist in die Kritik geraten, da bereits im Oktober 2018 eine Maschine des Typs über Indonesien abgestürzt war.

Norwegian hatte sich nach dem tödlichen Absturz einer Passagiermaschine in Äthiopien mit 157 Toten dazu entschlossen, alle Boeing 737 Max 8 ihrer Flotte bis auf Weiteres aus der Luft zu holen. Ähnliches gilt in Argentinien für fünf Maschinen der Gesellschaft Aerolíneas Argentinas und in Brasilien für sieben Maschinen der Gesellschaft Gol. "Wir haben volles Vertrauen in die Sicherheit", teilte der Konzern am Dienstag mit. China und Indonesien hatten den neuen Boeings bereits am Montag ein Startverbot erteilt. "Für Deutschland ist das Thema ja irrelevant, weil wir hier noch keine Maschinen dieses Typs haben - in den anderen Ländern werden wir jedoch die Kapazitäten anpassen müssen", sagte Tuifly-Sprecher Aage Dünhaupt. Tui handelte erst zögerlich, weil sie sich zunächst auf Empfehlungen der US-Luftfahrtbehörde FAA stützten.

Absturz der Boeing 737 Max 8 in Äthiopien: Fünf Piloten erheben schwere Vorwürfe gegen den Hersteller.

Boeing 737 Max
Boeing 737 Max

Nach zwei Abstürzen der Boeing 737 Max 8 innerhalb weniger Monate waren die Sorgen vor weiteren Zwischenfällen weltweit gestiegen.

Zuvor hatte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) dem Sender n-tv gesagt: "Sicherheit geht absolut vor". Die US-Behörde kündigte jedoch an, sie werde "geeignete Maßnahmen ergreifen, wenn die Daten darauf hindeuten, dass dies erforderlich ist". Die Untersuchung zum Absturz einer Maschine dieses Typs in Äthiopien habe gerade erst begonnen - "und uns liegen bislang keine Daten vor, um Schlussfolgerungen zu ziehen oder Maßnahmen zu ergreifen", hieß es von Seiten der FAA.US-Verkehrsministerin Elaine Chao erklärte, die FAA werde sofort Maßnahmen einleiten, sollten bei den anstehenden Untersuchungen Sicherheitsrisiken entdeckt werden.

Das Flugzeug der als sicher geltenden äthiopischen Fluggesellschaft war kurz nach dem Start in Addis Abeba verunglückt.

US-Präsident Donald Trump sprach sich mittlerweile gegen den Einsatz von zu viel Computertechnologie in der Luftfahrtbranche ausgesprochen. Statt Piloten brauche es heutzutage Computerspezialisten. "Flugzeuge werden viel zu kompliziert zum Fliegen", schrieb er auf Twitter. "Ich will großartige Flugprofis, die einfach und schnell die Kontrolle über ein Flugzeug übernehmen dürfen", schrieb er. Die 737-Max-Reihe ist die neueste Variante des Verkaufsschlagers.

Beides aber war im Fall des MCAS in der Boeing 737 Max zunächst nicht geschehen. An der Börse ließ der große Ausverkauf der Boeing-Aktie zwar nach, doch die Nervosität der Anleger bleibt hoch. Im US-Handel fiel der Kurs um mehr sechs Prozent. Diesmal dürften die Folgen jedoch deutlich schwerwiegender sein, Boeing hatte damals lediglich 50 "Dreamliner" ausgeliefert, die 737-Max-Jets sind wesentlich stärker verbreitet. Vorausgegangen war eine Notlandung des Langstreckenjets in Japan, nachdem eine Batterie durchgeschmort war.

Comments