Boeing 737 Max 8: Schlimmer Verdacht nach Absturz von Ethiopian-Airlines-Maschine

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Die erste Boeing 737 flog 1967 - der Typ ist das am meisten verkaufte Verkehrsflugzeug weltweit.

Ethiopian Airlines und die chinesische Luftfahrtbehörde haben Konsequenzen aus dem Flugzeugabsturz in Äthiopien mit 157 Opfern gezogen.

Bis zum Sonntagabend bestätigte Ethiopian Airlines nur folgende Opfer: 32 Kenianer, 18 Kanadier, neun Äthiopier, acht US-Amerikaner, acht Italiener, acht Chinesen, sieben Briten sowie sieben Franzosen. Alle 149 Passagiere und 8 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Der endgültige Untersuchungsbericht steht noch aus. Es wird vermutet, dass fehlerhafte Messwerte eines Sensors zum Absturz geführt haben könnten.

Sind die neuen Boeing-Flugzeuge sicher? Es ist allerdings bereits das zweite Unglück mit dem Maschinentyp in kurzer Zeit.

Unter diesen Umständen ähnelt der Unfall auf unheimliche Weise dem vom Oktober 2018, als eine 737 Max 8 der indonesischen Fluggesellschaft Lion Air Minuten nach dem Start in die Java-See stürzte und alle 189 Menschen an Bord starben. Diesmal dürften die Folgen jedoch deutlich schwerwiegender sein, Boeing hatte damals lediglich 50 "Dreamliner" ausgeliefert, die 737-Max-Jets sind wesentlich stärker verbreitet. Insgesamt wurden vom Typ 737 seit 1967 über 10.000 Stück produziert, über 7000 davon sind noch im aktiven Dienst. Die Max ist ein zentraler Teil der Boeing-Strategie, mit dem europäischen Rivalen Airbus mithalten zu können.

Auch Großbritannien hat seinen Luftraum für Maschinen dieses Typs geschlossen. Zu den Fluggesellschaften, die sich dafür entschieden haben die 737 Max vorerst weiter zu fliegen, zählen unter anderem: die US-Fluglinien American Airlines und Southwest Airlines, Norwegian Airlines, TUI, Icelandair, FlyDubai, die kanadische WestJet und die polnische LOT. In Südafrika erklärte Comair, die vor Ort British-Airways-Flüge betreibt, eine Ende Februar erhaltene Boeing 737 Max 8 werde zunächst nicht eingesetzt. In Deutschland soll die erste 737 Max im April starten.

Kunden, die ab diesem Mittwoch auf Flüge mit einer der 15 Boeing-Max-Maschinen gebucht sind, will der Konzern auf seiner Internetseite über Änderungen der Reisepläne informieren.

Ethiopian Airlines erklärte zum Startverbot, man habe sich dazu entschlossen, die übrigen vier Boeing 737 Max 8 als "zusätzliche Sicherheitsmaßnahme" am Boden zu lassen.

Der Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt sagte im SWR, dass die Software an die Steuerung der Maschine "unter einer bestimmten Kombination von Faktoren ein falsches Signal liefert". Bei Lion Air hat der vorläufige Untersuchungsbericht der Behörden festgestellt, dass ein Sicherheitssystem die Maschine in eine gefährliche Lage brachte.

Hintergrund ist Absturz einer solchen Maschine in Äthiopien. Die "European Union Aviation Safety Agency" (EASA) gab bekannt, dass sie die Untersuchungen zum Absturz der Ethiopian Airlines -Maschine genau beobachten und weitere Informationen veröffentlichen, sobald es Untersuchungsergebnisse gebe. Noch ist keine Boeing 737 Max 8 bei deutschen Airlines im Einsatz. Wir möchten den Familien und Angehörigen der Passagiere und der Crew an Bord unser tief empfundenes Mitgefühl aussprechen und sind bereit, das Team der Ethiopian Airlines zu unterstützen. Allen voran China. Das Land ist einer der wichtigsten Abnehmer für den Boeing-Verkaufsschlager und ist angesichts des Absturzes eines Lion-Air-Flugs im Oktober in Indonesien skeptisch. Der US-Konzern erklärte am Montag, es gebe nach bisherigem Kenntnisstand keine Grundlage für neue Anweisungen an die Betreiber des Flugzeugtyps. Das Startverbot in Singapur soll solange gelten, bis "weitere Informationen gesammelt und das Sicherheitsrisiko neu bewertet" ist, teilt die Luftfahrtbehörde mit. An der Börse ließ der große Ausverkauf der Boeing-Aktie zwar nach, doch die Nervosität der Anleger bleibt hoch. Auch in Indonesien darf dieser Flugzeugtyp nicht mehr starten. Dies sei der größte Kurssturz seit dem 11. September 2001. Die betroffene Ethiopian Airlines gilt als zuverlässige Fluggesellschaft und ist wie Lufthansa Mitglied des Bündnisses Star Alliance.

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