Günther Jauch: Talkmaster rechnet mit der ARD ab

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Als 2007 sein erster Versuch, politische Talkmaster in der ARD zu werden, gescheitert war, fand Günther Jauch wenig schmeichelhafte Worte für den öffentlich-rechtlichen Sender. Mittlerweile ist wieder "Anne Will" dort zu sehen - Jauch nannte 2015 "private und berufliche Gründe" dafür, seinen Vertrag mit dem federführenden Norddeutschen Rundfunk nicht zu verlängern.

Doch er selbst habe sich in seiner journalistischen Tätigkeit in der ARD und beim ZDF beschnitten gefühlt: "Ganz direkt gesagt: Es haben am Ende ganz einfach zu viele da rein geredet", kritisiert Jauch.

Seit unzähligen Jahren ist Moderator Günther Jauch (62) fester Teil im deutschen Fernsehen. Und weiter: "In meinem speziellen Fall war es einfach so: Ich bin, gerade wenn ich journalistisch tätig bin, gerne unabhängig".

In einem Interview mit der ZDF-Journalistin Maja Weber, die im Rahmen eines Videos für die Journalistenschule "Reporterfabrik" mit dem 62-Jährigen sprach, ging Jauch mit seinem ehemaligen Arbeitgeber hart ins Gericht. Die Sendeanstalten seien in sich selbst gefangen und das trotz bester beitragfinanzierter Voraussetzungen um Bildung, Unterrichtung und Unterhaltung anzubieten. Damit sei es irgendwann schwierig geworden. Eigentlich hätten sie keinen Druck, Geld verdienen zu müssen und könnten sich so auf Experimente einlassen.

"Sie schauen zuweilen ängstlich nach links und rechts, sie haben Rundfunkräte, Verwaltungsräte, politische Parteien, manchmal eine Schere, die sie sich selbst im Kopf zusammengebastelt haben", meint er. Sie haben - wie überall sonst auch - Karrieristen, die zusehen, wie sie sich verhalten, damit sie in zwei Jahren diesen oder jenen Job bekommen.

Die öffentlich-rechtlichen Sender könnten sich laut Günther Jauch eigentlich leisten, unabhängig zu sein.

Nun darf man hier nicht vergessen, dass Jauch ebenso wie beispielsweise Frank Plasberg seine Sendung mit eigener Produktionsfirma gemacht hat, die bei Jauch hunderte von Leuten beschäftigt.

Günther Jauch, Fernsehmoderator und Entertainer, steht bei der Eröffnung der wiederhergestellten Neptungrotte im Park Sanssouci. 1990 wechselte er zum Privatsender RTL für den er bis heute tätig ist.

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