Anonyme Amazon-Pakete - Unternehmen spricht von Betrug

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"Die Pakete kommen nicht von Amazon selbst", erklären die Verbraucherschützer.

Überraschte Empfänger können sich unterdessen entspannen: Wer unverlangt Pakete von Händlern erhält, muss die Waren darin nicht aufbewahren. "Auch eine beiliegende Rechnung muss selbstverständlich nicht bezahlt werden", heißt es von Seiten der Verbraucherzentrale. Für Amazon entsteht dadurch ein nicht unerheblicher Image-Schaden.

"Verkäufer haben in diesem Zusammenhang weder Namen noch Adressen von Amazon erhalten", beteuerte Amazon-Pressesprecher Tobias Goerke gegenüber den Medien. Als mögliche Hintergründe erwähnt die Verbraucherzentrale spekulativ, dass eventuell Händler auf diesem Wege versuchen, ihre bei Amazon angemieteten Lager kostengünstig zu leeren.

Habt ihr auch schon mal ein dubioses Paket von Amazon erhalten, das ihr nicht bestellt habt? Statt ihre Ladenhüter teuer wieder gen China zu verschiffen, schicken sie sie einfach wahllos an willkürlich ausgepickte Adressen in Deutschland. Dies treffe jedoch nicht auf vergleichsweise teure Artikel, wie etwa neuwertige Handys zu, die bereits hundertfach bei Amazon bewertet worden sind.

Aktuell entwickelt sich ein echtes Mysterium um Amazon-Pakete: Laut Verbraucherschützern erhalten Kunden Pakete, die sie nicht bestellt haben, ohne dass konkrete Hinweise zur Herkunft vorliegen.

Amazon spricht hingegen von "betrügerischen Methoden‟ sowie Richtlinien-Verstößen, gegen die das Unternehmen mit Sperre, Zurückhaltung von Zahlungen und Einleitung rechtlicher Schritte vorgehen will".

Bielefeld. Wer einen der typischen braunen Pappkartons mit dem Amazon-Logo nach Hause geliefert bekommt, der wartet in der Regel auf ein bestimmtes Produkt. Den Paketen liegt weder ein Liefer- noch ein Bestellschein bei. Um gegen diese Störung vorzugehen, schaltete der Solinger einen Anwalt ein.

Bei der Verbraucherzentrale von Nordrhein-Westfalen gingen in den vergangenen Tagen vermehrt Anfragen von Amazon-Kunden ein, die unbestellte Pakete erhalten hatten - teilweise mehrere hintereinander. Das Gericht wies die Klage allerdings zurück, weil es keinen Grund für eine einstweilige Verfügung gegen den Online-Versandhändler sah. Der ungewollt Belieferte will die Entscheidung nicht akzeptieren und in Berufung gehen. Klar ist laut Verbraucherzentrale NRW bisher nur, dass die Pakete nicht direkt von Amazon kommen, sondern vom Amazon Marketplace, auf dem verschiedene Händler ihre Produkte anbieten. Die Verbraucher selbst müssen sich jedoch keine Gedanken machen, kann sich gegebenenfalls sogar an den Waren erfreuen.

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