Jeff Bezos: "National Enquirer" weist Erpressungsvorwurf zurück

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Das US-Boulevardblatt "National Enquirer" hat Vorwürfe einer Erpressung von Amazon-Chef Jeff Bezos zurückgewiesen. Jetzt scheint sich die Schlacht der Anwälte auch noch zu einer Familienaffäre auszuwachsen.

Der "National Enquirer" hatte im Januar über eine außereheliche Affäre des reichsten Mannes der Welt berichtet.

Das berichtet die US-Nachrichtenseite "The Daily Beast" unter Berufung auf mehrere Quellen innerhalb des "Enquirer"-Verlags American Media Inc". Eine weitere Quelle außerhalb des Verlags habe bestätigt, dass Michael Sanchez als Schuldiger ausgemacht worden sei.

Die anscheinend zu Erpressungszwecken missbrauchten Intimfotos von Amazon-Chef Jeff Bezos soll der Bruder von dessen Geliebter Lauren Sanchez an das Skandalblatt "National Enquirer" weitergegeben haben.

Doch wenn selbst Bezos, der alle Tricks der digitalen Anonymität kennt, seine Privatsphäre nicht mehr schützen kann, wer dann? Ihm sei ein unredlicher Deal vorgeschlagen worden, damit auf die Veröffentlichung des intimen Materials verzichtet wird.

Hintergrund ist die Trennung des "Washington Post"-Besitzers von seiner Ehefrau MacKenzie - und sein Verhältnis mit der früheren TV-Moderatorin Sanchez". "Bezos wollte nicht, dass eine andere Geschichte über ihn geschrieben wird oder diese Fotos veröffentlicht werden". Kurz nach Ankündigung der Scheidung machte das Blatt die Affäre öffentlich und publizierte "schlüpfrige Textnachrichten und schwärmerische Liebesnotizen" der beiden.

Bezos hatte AMI am Donnerstag vorgeworfen, ihm mit einer Veröffentlichung intimer Fotos gedroht zu haben.

Am vergangenen Donnerstag verwies Bezos auf die Nähe zwischen AMI zu Trump und zu Saudi-Arabien - und machte deutlich, dass er politische Motive hinter der "National Enquirer"-Geschichte zu seiner Geliebten Lauren Sanchez vermutet". AMI teilte daraufhin mit, man werde die Vorwürfe prüfen, halte die Berichterstattung über Bezos aber nach wie vor für rechtens. "Es ist absolut keine Erpressung", sagte Anwalt Elkan Abramowitz am Sonntag dem Fernsehsender ABC. Die Quelle sei aber "verlässlich" und sowohl Bezos als auch dessen Geliebter bekannt.

Die "Washington Post" hatte den Verdacht bereits vor Tagen auf den Bruder gelenkt, allerdings wies der auf Anfrage der Zeitung jegliche Verantwortung zurück.

Bezos heuerte den prominenten Privatdetektiv Gavin de Becker an, um herausfinden, wie der "Enquirer" an seine Privatkorrespondenz kam. Die Erkenntnisse würden an die Behörden weitergegeben, sagte er "Daily Beast". Das US-Magazin schätzte sein privates Vermögen zuletzt auf rund 136,9 Milliarden Dollar (118,8 Mrd Euro). Für Trump ist Bezos als Eigentümer der extrem Trump-kritischen "Washington Post" seit Längerem ein Feindbild.

Trumps Fahrensmann Pecker und dessen Verlag sorgen immer wieder für Schlagzeilen - auch und gerade im Zusammenhang mit Trump. Denn klar ist, dass auch US-Präsident Donald Trump (72) in der ganzen Schlammschlacht eine Rolle spielt.

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