Instagram-Account sorgt für Ärger: Cathy Hummels vor Münchner Gericht

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Diese Beiträge kennzeichnet die frühere Moderatorin dementsprechend als "bezahlte Partnerschaft".

Das Münchner Landgericht will seine Entscheidung am 29. April bekannt geben. Hummels hatte ein Bild auf Instagram veröffentlicht, auf dem sie das Gesicht ihres Kinds mit dem Stofftier verdeckt.

Der Verband hat Hummels verklagt, weil sie in gut einem Dutzend Instagram-Beiträgen für ihre 465.000 Follower die Hersteller ihrer Schuhe und Bekleidung genannt und die Webseiten der Unternehmen verlinkt hatte. Im Juli hatte Hummels in einem dieser Fälle eine Abmahnung akzeptiert, in den übrigen Fällen aber will sie die Sache bis zum Ende ausfechten, weil diese Beiträge nach Angaben ihrer Anwälte nicht mit Gegenleistungen verbunden waren. Der klagende Verband mit Sitz in Berlin ist besonders in Fachkreisen nicht unbekannt: Zahlreiche Abmahnungen wurden bereits von ihrer Seite geäußert. Hummels betonte: "Ich mache das alles ehrlich und transparent".

Unterdessen stellte Hummels ihr Verhandlungs-Outfit vor ihren Instagram-Followern auch zur Debatte.

"Früher war Influenza eine Krankheit, heute ist es ein Berufsbild", kommentierte die Vorsitzende Richterin Rhein gleich zu Beginn der Verhandlung. Diese Argumentation griff auch die Richterin auf - zur Enttäuschung von Franz Burchert, dem Vertreter des Verbands Sozialer Wettbewerb. "Dass Frau Hummels - bei aller Liebe - nicht mit 465.000 Menschen auf der Welt befreundet sein kann, ist ziemlich klar". In traditionellen Medien seien Hinweise auf Produkte erlaubt, und den Followern sei klar, dass es sich bei Hummels' Instagram-Account um keine private, sondern eine kommerzielle Aktivität handle.

Ein Urteil in dem Prozess könnte wegweisend für das Wettbewerbsrecht und den zukünftigen Umgang mit der Kennzeichnung von Werbung auf Instagram sein: Denn der Prozess berührt die Frage, ob Prominente überhaupt Produkte oder Dienstleistungen aus freien Stücken empfehlen dürfen, ohne dabei eine Klage zu riskieren. Neben Hummels hat der Verband in den vergangenen Monaten auch Fitness-Model Pamela Reif und andere Influencer in Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Das Anheuern bezahlter Influencer ist in vielen Branchen üblich, sogar etablierte Industriefirmen wie Siemens haben Influencer-Verträge mit Experten.

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