50.000-Euro-Hochzeit in Versailles: Ghosn droht weiterer Ärger

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Der französische Autobauer Renault hat wegen mutmaßlichen Fehlverhaltens seines inhaftierten Ex-Konzernchefs Carlos Ghosn die Justiz eingeschaltet.

Frankreich - Der frühere Renault-Chef Carlos Ghosn will die Kosten für seine pompöse Hochzeit auf Schloss Versailles doch noch übernehmen.

Ghosn habe zu seinem "persönlichen Vorteil" von einem Sponsoring-Vertrag mit dem Schloss Versailles profitiert. Tatsächlich wurden die 50.000 Euro offenbar mit Sponsoringkosten verrechnet.

Der gebürtige Brasilianer ist Architekt der Autoallianz aus Renault und den japanischen Herstellern Nissan und Mitsubishi.

Die exklusive Veranstaltung hat jedoch einen Beigeschmack, der Ghosns großzügigen Umgang mit den Konzernprivilegien zeigt. Ihnen ist natürlich nicht entgangen, dass der französische Autohersteller zu den allgemeinen Sponsoren des Schlosses gehört. Der Staat ist bei Renault mit 15 Prozent der Anteile dabei und hat ein gehöriges Wort mitzureden. "Die bisher gesammelten Elemente erfordern zusätzliche Prüfungen", hieß es weiter. Der Konzern hatte im Juni 2016 einen Sponsorenvertrag mit der Betreibergesellschaft von Schloss Versailles bei Paris abgeschlossen. Der Vertrag ermöglicht Versailles eine Reihe von Restaurierungen über Renault zu finanzieren. Die Vereinbarung über 2,3 Millionen Euro verschaffte Renault Zugang zum Schloss und weitere Dienstleistungen.

Im Oktober 2016 feierte Ghosn im Lustschloss Grand Trianon im Park von Versailles mit großem Pomp die Hochzeit mit seiner zweiten Frau Carole. Renault hatte zuvor stets erklärt, bei der Bezahlung Ghosns für die Jahre 2017 und 2018 keine Unregelmäßigkeiten oder Betrug festgestellt zu haben.

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