Deutschland - Talfahrt drückt Dax wieder unter 11 000 Punkte

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Der Dax sackte am Freitagnachmittag in die Verlustzone, die psychologisch wichtige Marke von 11 000 Punkten fiel. Ein wegen des weiter ungeklärten Handelsstreits schwach erwarteter Börsenstart in den USA drückte auf die Stimmung. Die Anleger belasteten auch die weltweite Eintrübung der Konjunktur und enttäuschende Ausblicke von Unternehmen.

Unter den Einzelwerten im Dax rückten die Anteile der Deutschen Bank in den Fokus, die am Index-Ende 1,7 Prozent verloren. Der DAX ging mit -1 % und 10.907 Punkten ins Wochenende. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx50 notierte 0,1 Prozent höher bei 3153 Punkten.

Laut den Analysten Michael Hewson von CMC Markets und James Hughes von Axitrader verunsichert vor allem, dass sich US-Präsident Donald Trump nicht vor dem am 1. März auslaufenden Ultimatum im Handelsstreit mit Chinas Staatschef Xi Jinping treffen will. Die Aktien von Leoni brechen um ein Viertel ein. Nach einem überraschend schwachen Jahresgewinn will der Autozulieferer und Kabelspezialist die Dividende streichen. Zudem wird nicht mehr mit dem Erreichen der bisherigen Mittelfristziele für 2020 gerechnet.

An der Spitze des SDax sorgte zugleich Ceconomy regelrecht für Euphorie, denn der Aktienwert des Elektronikhändlers legte um fast ein Fünftel zu. Analysten hatten den Zukauf und damit den Ausbau des Wachstumsgeschäfts mit Inhaltsstoffen für Heimtiernahrung erst kürzlich gelobt. Die Zahlen seien "besser als befürchtet", hiess es unisono. Analyst Volker Bosse von der Baader Bank hob nach drei Quartalen in Folge mit Umsatzrückgängen vor allem das flächenbereinigte Wachstum von 2,4 Prozent hervor. Diese sogenannten ETFs (Exchange Traded Fonds) bilden die Dax-Zusammensetzung eins zu eins nach und sind daher praktisch gezwungen, auch Wirecard-Aktien zu halten.

Im Dax brachen die Papiere von Wirecard erneut um 12,5 Prozent ein. Nach einer Serie von Berichten der Financial Times über angebliche finanzielle Unregelmäßigkeiten durchsuchte nun die Polizei in Singapur die Räumlichkeiten des Zahlungsabwicklers in dem asiatischen Stadtstaat. Deren Papiere zeigten sich im MDax indes unauffällig mit minus 0,2 Prozent. Der TecDax stieg um 0,1 Prozent auf 2537 Stellen.

Der Kurs des Euro erholte sich von seinen morgendlichen Verlusten.

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