Tomi Ungerer: Französischer Zeichner stirbt im Alter von 87 Jahren

Einstellen Kommentar Drucken

Der französische Zeichner und Buchillustrator Tomi Ungerer ist tot. In Strassburg gibt es ein Tomi-Ungerer-Museum. Er starb im Alter von 87 Jahren in Irland im Haus seiner Tochter, wie mehrere französische Medien übereinstimmend am Samstag berichteten. Tausenden Zeichnungen hat er seiner Geburtsstadt überlassen.

Ungerers Werk ist geprägt vom Spiel mit der Sprache. ange wurden seine Erotik-Zeichnungen als zu provozierend empfunden, als pornografisch und sexistisch.

Mit seinen Spässen hat Ungerer auch vor dem Tod nicht halt gemacht. Außerdem schuf er scharfzüngige Bilderbücher für Erwachsene. Absoluter Renner im deutschsprachigen Raum war lange "Das große Liederbuch" von 1975 mit Volks- und Kinderliedern und Zeichnungen. Zu seinen Werken zählen auch Bücher wie "Der Furz". Meine erotischen Zeichnungen sind reine Satire. Dies Kritik wies er stets zurück. "Ich will entlarven, was für eine Hölle es sein kann, wenn sich die Menschen vom Sex abhängig machen", sagte er einmal. Der Elsässer hat sich sein Leben lang für die deutsch-französische Freundschaft eingesetzt, 2008 wurde er dafür mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Zeit seines Leben erhielt er zahlreiche Würdigungen und Preise.

"Er war nicht nur ein grosser Künstler, er verkörperte auch die Komplexität des Elsass, seiner Doppelkultur". Angaben auf seiner Internetseite zufolge veröffentlichte er mehr als 140 Bücher, die in 28 Sprachen übersetzt wurden. "Wir haben uns vorgestellt, dass es ewig ist, und jetzt verlässt er uns", sagte Alain Fontanel, erster stellvertretender Bürgermeister von Strassburg, wie die Zeitung "Les Dernières Nouvelles d'Alsace" berichtete.

Der grossgewachsene Zeichner und Autor mit den schlohweissen Haaren und dem spitzbübischen Lächeln verbrachte bis ins hohe Alter viel Zeit in seinem Atelier.

Comments