Wirecard verklagt "Financial Times"

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Wirecard habe den Behörden volle Kooperation bei den Ermittlungen zugesichert. Der Wirecard-Vorstand hatte sich selbst an die Staatsanwaltschaft München I gewandt. Die Nachricht ließ die Wirecard-Aktien abermals um zwischenzeitlich 14 Prozent einbrechen.

Der Zahlungsanbieter Wirecard verklagt die "Financial Times" (FT) nach deren Berichten über einen angeblichen Bilanzskandal des Unternehmens. Wirecard dementierte ebenso scharf wie in den Vortagen: "Nichts an dem heute erschienenen Bericht ist wahr", hieß es in der Stellungnahme der Konzernzentrale.

Am Freitag habe das Unternehmen Ermittlern in Singapur Informationen über "verleumderische Vorwürfe" in den Berichten der "Financial Times" übergeben. "Nach einer so negativen Medienberichterstattung ist die Einleitung von Ermittlungen ein normaler Vorgang", erklärte der Zahlungsabwickler. "Wirecard geht rechtlich gegen FT und seine unethische Berichterstattung vor", erklärte der Dax-Konzern aus Aschheim bei München am Freitag.

Die interne Untersuchung von Vorwürfen rund um Bilanzunregelmäßigkeiten werde weitergeführt und die Ergebnisse öffentlich gemacht, teilte Wirecard mit. Den strategischen Schritt hatten Anleger zunächst positiv aufgenommen.

In den vergangenen Tagen hatten mehrere Berichte der Zeitung die Wirecard-Aktie mehrfach zum Absturz gebracht, Milliarden an Börsenwert wurde vernichtet. Die Vorwürfe bezeichnete Wirecard erneut als "diffamierend". Am Donnerstag hatte ein Artikel der FT Dokumentenfälschungen und Kontomanipulationen in Singapur in den Raum gestellt.

In dem jüngsten, am Donnerstag veröffentlichten Artikel, würden "Wirecard-Mitarbeiter mit unbewiesenen und falschen Behauptungen verleumdend verurteilt", erklärte das Unternehmen am Freitag. "Wir werden alle verfügbaren rechtlichen Mittel einsetzen, um das Unternehmen und insbesondere unsere Mitarbeiter und deren Persönlichkeitsrechte zu schützen".

Das formale Ende stehe kurz bevor, schlüssige Feststellungen hinsichtlich eines Fehlverhaltens rund um Buchungen in Singapur hätten sich weder durch eine interne Untersuchung der zuständigen Abteilung noch durch die externe Prüfung einer beauftragten Rechtsanwaltskanzlei ergeben.

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