Auto - Porsche-Betriebsratschef will in die Politik

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Es ist nicht weniger als eine Kampfansage: Uwe Hück tritt von allen seinen Ämtern bei der Porsche AG zurück und möchte sich unter anderem vermehrt in der Politik betätigen, wie der in einem Interview gegenüber der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten sagte. Mit der Partei ging er hart ins Gericht: "Wenn die SPD so weitermacht, werden sie ihr Erbe vernichten". SPD-Landeschef Andreas Stoch bemühe sich nun um direkten Kontakt zu Hück.

Grund ist Hücks Ankündigung vom Montag, sich in diesem Jahr mit einer eigenen Liste um einen Sitz im Pforzheimer Gemeinderat bewerben zu wollen. Damit würde er gegen das Statut der SPD verstoßen, sagte ein Sprecher der Südwest-SPD. "Mit einem Parteiausschluss schießen die sich doch selber ins Knie", so Hück.

"Ich gehe dahin, wo's brennt und im Moment brennt's in Pforzheim".

Der Pforzheimer SPD-Fraktionschef Ralf Fuhrmann sagte den beiden Stuttgarter Blättern zu Hücks Ambitionen: "Wenn er als SPD-Mitglied eine eigenständige Liste aufmacht, müsste das Folgen für die Parteizugehörigkeit haben". Er sei ein attraktiver Kandidat, der ein gutes Angebot für die Kommunalwahl darstelle. Für Hück spreche außerdem sein großes Fachwissen.

Gleichzeitig deutete der SPD-Fraktionsvorsitzende mögliche Konsequenzen für den Fall an, dass Hück mit einer eigenen Liste antritt. Hück habe viel bewegt. Aufsichtsratschef Dr. Wolfgang Porsche würdigte die Verdienste des langjährigen Betriebsratschefs: "Streitbar und kampflustig, aber immer auch sehr wirtschaftlich denkend – so habe ich Uwe Hück kennen und schätzen gelernt".

Wichtiger sind ihm die Stiftung, die er vor sechs Jahren gegründet hat: Die "Lernstiftung Hück" kümmert sich um benachteiligte Jugendliche. Er wuchs in verschiedenen Kinderheimen auf und hatte auch als Thaiboxer Erfolg: 1980 und 1982 wurde er Europameister.

"Mit der Aussage: "Pforzheim hat besseres verdient" macht er sich im Gemeinderat eher keine Freunde. Ich glaube, er stellt sich das zu einfach vor".

"Grundsätzlich freue ich mich über jeden, der sich sozial engagiert".

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