Aufrüstung: Russland will neue Waffen mit höherer Reichweite entwickeln

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Am 2. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin die Absicht Moskaus an, die Einhaltung des Vertrags über die Kurz- und Mittelstreckenwaffensysteme (INF) als "symmetrische Antwort" auf die Entscheidung Washingtons auszusetzen.

Nach dem Aufkündigen des wichtigen Abrüstungsvertrages für atomar bewaffnete Mittelstreckenwaffen INF durch die USA und Russland will Moskau schnell neue Raketen mit höherer Reichweite bauen. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu erklärte, in diesem und im kommenden Jahr werde die landgestützte Variante des Kalibr-Marschflugkörpers entwickelt, den bislang die russische Marine einsetzt. Sein Land werde nun an neuen, landgestützten Hyperschall-Mittelstreckenraketen arbeiten, hatte er gesagt. Der Prozess soll bereits in Kürze beginnen.

Hintergrund ist die Debatte um den Abrüstungsvertrag INF aus dem Jahr 1987, aus dem sowohl die USA als auch Russland aussteigen wollen. Nach Angaben des Verteidigungsministers sollen dafür die bereits im Haushalt bewilligten Mittel für Rüstung verwendet werden.

Das russische Verteidigungsministerium gab die Entwicklung einer landgestützte Version des schiffgestützten Lenkwaffensystems Kalibr in Auftrag und erweitert gleichzeitig die Palette der sich in Entwicklung befindlichen landgestützten Raketensysteme.

"2019 und 2020 müssen wir eine landgestützte Version des Langstreckenraketensystems Kalibr entwickeln, das seine Wirksamkeit in Syrien bewiesen hat", sagte er. Die USA und Russland hatten das mehr als 30 Jahre alte Abkommen über das Verbot landgestützter atomarer Mittelstreckenraketen am Wochenende nacheinander ausgesetzt, weil sie sich gegenseitig Verstöße dagegen vorwerfen. Noch bleibt eine halbjährige Kündigungsfrist, während derer der Vertrag überarbeitet oder wieder in Kraft gesetzt werden könnte. Die Abkürzung INF steht für "Intermediate Range Nuclear Forces", auf Deutsch: nukleare Mittelstreckensysteme. "Die Erfahrung in Syrien zeigt, dass für einen effizienten Einsatz von Präzisionswaffen detaillierte Karten notwendig sind". Es gehe dabei etwa um Kameras mit höherer Auflösung.

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