Nayib Bukele siegt bei Präsidentschaftswahl in El Salvador

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Die von Gewalt und Korruption geplagten Bürger von El Salvador schreiten am heutigen Sonntag zur Wahlurne und wählen einen neuen Präsidenten. Bukele konnte nach dem vorläufigen Endergebnis 53,8 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, wie die Wahlkommission mitteilte. Er wird der bislang jüngste Chef des mittelamerikanischen Staates.

"Wir haben heute in der erste Runde gewonnen und Geschichte geschrieben", sagte der wohlhabende Geschäftsmann, der bei der Wahl als Favorit ins Rennen gegangen war. Der ehemalige Bürgermeister der Hauptstadt San Salvador löst den linken Präsidenten Salvador Sánchez Serén ab. Die beiden Rivalen räumten ihre Niederlagen ein.

Zuvor hatten die Wahlbehörden erklärt, dass Bukele nach Auszählung von 70 Prozent der Stimmen bei knapp 53 Prozent lag.

Der Supermarktmagnat Calleja kam nach Angaben der Wahlbehörde auf 31.6 Prozent, Ex-Aussenminister Martínez lag mit 13.8 Prozent abgeschlagen auf Platz drei. Mit seinem Wahlerfolg endet die 30 Jahre lange Aufteilung der politischen Macht unter zwei Parteien: Arena hatte das Land von 1989 bis 2009 regiert, danach übernahm die FMLN die Regierung.

Anhänger der konservativen Partei Grosse Allianz für die nationale Einheit (Gana) feiern den Sieg ihres Kandidaten Nayib Bukele in San Salvador.

Bukele hat versprochen, mehr in Bildung zu investieren und die Korruption zu bekämpfen. Die Mordrate liegt bei 51 pro 100 000 Einwohner und damit erheblich über dem weltweiten Durchschnitt. Die Amtsübernahme ist für den 1. Juni vorgesehen. Mächtige Strassengangs sollen 70'000 Mitglieder haben, von denen 17'000 hinter Gittern sind.

Die Menschen in El Salvador haben zudem mit einer Wirtschaftskrise zu kämpfen. Stimmberechtigt waren 5,2 Millionen Salvadorianer. Der monatliche Mindestlohn von umgerechnet 260 Euro reicht gerade einmal, um Nahrungsmittel zu kaufen. Allerdings wird Bukele ohne Mehrheit im Parlament regieren müssen - dort verfügt seine Partei über nur 11 der insgesamt 84 Sitze - oder aber ein Bündnis mit den Rechten schließen müssen, die das Parlament beherrschen. Viele Salvadorianer haben sich den Trecks von Migranten in Richtung USA angeschlossen.

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