Schneechaos in den Alpen:200 Menschen von Brenner-Autobahn gerettet

Einstellen Kommentar Drucken

In Österreich sind wegen der kritischen Situation auf der Südtiroler Brennerautobahn A22 die Lkw-Fahrverbote auf der A 13 und A 12 ausgesetzt. Lastwagen über 7,5 Tonnen müssen die Dauer der Sperre abwarten. Wegen der Witterung waren laut ÖBB zwischen Brenner und Steinach am Brenner keine Fahrten möglich.

Auch in Osttirol führten die starken Schneefälle zu Verkehrsproblemen.

Erst am Abend entspannte sich die Situation leicht. Anfänglich wurden der Verkehr auf die Südspür umgeleitet, weil dort ab ein LKW umkippte, musste kurz vor 11 Uhr auch die Südspur der A22 gesperrt werden. Die zahlreichen auf der Südtiroler Brennerautobahn (A22) hängen gebliebenen Lkw und die damit verbundene "besondere Gefahrensituation" hätten dies notwendig gemacht, hieß es.

Weil auch die Brennerstaatsstraße (SS12) und die Brennerstraße (B182) wegen Lawinengefahr nicht passierbar waren, ging am Nachmittag am Brenner gar nichts mehr. Die Felbertauern-Mautstraße war wegen Lawinengefahr zwischen Matrei und Mittersill unpassierbar.

Das Winterwetter sorgt neuerlich für Behinderungen.

Bei einem Lawinenabgang auf der Tiroler Brennerstrasse ist ein Fahrzeug teilweise verschüttet worden.

In Nacht auf Samstag fielen in Südtirol stellenweise bis zu 80 Zentimeter Neuschnee. Das Lawinenrisiko wurde am Samstag für die gesamten französischen Alpen mit der zweithöchsten Stufe vier angegeben. Für Touren und Variantenabfahrten waren die Verhältnisse sehr gefährlich. Der Zivilschutz riet Touristen im Pustertal und anliegenden Tälern, geplante Abreisen aufzuschieben.

"Das sind teilweise Familien mit Kleinkindern, die schon seit 7 oder 8 Stunden im Auto sitzen", weiß Konrad Unterthiner, LFV-Bezirksinspektor von Brixen/Eisacktal.

Während heftige Schneefälle im Trentino bzw.in Südtirol erneut zu Problemen geführt haben, sind auch mehrere andere Regionen in Nord- und Mittelitalien mit Winterwetter konfrontiert.

Im Einsatz standen neben dem Notarzthubschrauber aus Südtirol die Feuerwehr Gries am Brenner mit 30 Einsatzkräften, drei Rettungsfahrzeuge und ein Notfallsanitäter. An Flüssen in Emilia-Romagna wurde vor Hochwasser gewarnt. Auch bei Durnholz ist die Straße gesperrt.

Für einen Lkw-Fahrer nahm die Fahrt über den Brenner am Samstag ein tödliches Ende: Der 52-Jährige war mit seinem Fahrzeug offenbar wegen Herzversagens fahrunfähig geworden und auf dem Pannenstreifen zum Stillstand gekommen, wie die Polizei Sonntag früh in einer Aussendung berichtete.

Auch in Umbrien, den Abruzzen und Kampanien warnte der Zivilschutz weiter vor Überschwemmungen. In der Provinz Lucca mussten vier Häuser wegen Erdrutschgefahr evakuiert werden.

Comments