Riesiger Hohlraum unter Antarktis-Gletscher entdeckt - Wissenschaft

Einstellen Kommentar Drucken

Loch unterm Eis: Unter einem der größten Gletscher der Antarktis haben Forscher einen enormen Hohlraum entdeckt.

Zehn Kilometer lang, vier Kilometer breit und fast so hoch wie das Empire State Building: Unter einem Gletscher in der Antarktis klafft ein riesiges Loch. Der 350 Meter hohe Hohlraum, der 14 Milliarden Tonnen Eis gefasst hat, befindet sich unter dem Thwaites-Gletscher.

Der Gletscher entwickelt sich an verschiedenen Seiten unterschiedlich. Zu Beginn der Untersuchung gingen die Forscher daher bereits davon aus, dass sie am Gletscherende einige Lücken zwischen Eis und Untergrund finden würden, berichtet die Nasa in einer Mitteilung. Dadurch erhielten die Forscher neue Einblicke in die Struktur der Unterseite des Thwaites-Gletschers und seiner Grundlinie - der Zone, ab der eine Gletscherzunge nicht mehr auf dem Grund aufliegt. Man könne sie sich vorstellen wie Finger, die unter den Gletscher reichen, um ihn von unten abzuschmelzen.

Das überraschende Ergebnis: Die Westseite des Thwaites-Gletschers ist von einer riesigen Kaverne unterhöhlt. Sie ist zehn Kilometer lang, vier Kilometer breit und 350 Meter hoch. "Wir haben jahrelang vermutet, dass Thwaites nicht fest mit dem Untergrund verbunden ist", schreiben Eric Rignot von der University of California in Irvine und das Jet Propulsion Laboratory in Pasadena. Der größte Teil des Eises sei innerhalb der letzten drei Jahre durch eindringendes Meerwasser geschmolzen. Zudem schütze das Eis des Thwaites benachbarte Gletscher, die den Meeresspiegel um weitere rund 2,4 Meter anheben würden, sollten sie abschmelzen. "Die Größe der Höhle unter einem Gletscher spielt eine wichtige Rolle beim Schmelzvorgang", sagt Erstautor Pietro Milillo.

An der Ostseite des Gletschers sieht es etwas anders aus. Dabei stellten sie auch fest, dass das Loch viel schneller wächst als gedacht.

Durch den Hohlraum könnten Wasser und Wärme unter den Gletscher geraten und so sein Abschmelzen rapide beschleunigen.

"Es ist essenziell, genau zu verstehen, wie der Ozean an diesem Gletscher nagt", sagt Rignot. "Denn nur dann können wir vorhersagen, welche Auswirkungen er auf den Meeresspiegelanstieg in den kommenden Jahrzehnten haben wird".

Comments