Gouverneur von Virginia wegen rassistischem Foto von 1984 in der Kritik

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Der Politiker hatte in einer ersten Stellungnahme am Freitag erklärt, das Foto zeige ihn "in einem Kostüm, das eindeutig rassistisch und beleidigend ist". Zu sehen ist eine Person in der weißen Kutte des rassistischen Ku-Klux-Klans, daneben eine Person mit schwarz bemaltem Gesicht.

Der Gouverneur des US-Bundesstaates Virginia, Northam, hat sich für das Tragen eines rassistischen Kostüms entschuldigt.

Unter anderem die Zeitung "The Virginian Pilot" hatte ein Foto veröffentlicht, das 1984 zu Northams Abschluss an der East Virginia Medical School auf seiner Jahrbuchseite erschienen war. Der Politiker der am Freitag erklärte tatsächlich auf dem Foto abgebildet zu sein, ruderte nun zurück.

"Seit meiner Erklärung von gestern habe ich mich mit meiner Familie und meinen Kommilitonen von damals zurückerinnert und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich nicht die Person auf dem Foto bin", sagte Northam am Samstag auf einer Pressekonferenz. Er wisse nicht, wie das Bild auf seine Seite in dem Jahrbuch gelangen konnte.

Nach der Veröffentlichung des Fotos forderten die republikanische Partei und die gegen Diskriminierung von Schwarzen kämpfende Bürgerrechtsvereinigung NAACP den 59-jährigen Gouverneur zum Rücktritt auf. "Das Schandmal des Rassismus sollte keinen Platz in den Hallen der Regierung haben", erklärte die afroamerikanische Senatorin Kamala Harris.

Selbst US-Präsident Donald Trump schaltete sich ein und rügte Northams Verhalten auf Twitter als "unverzeihlich".

Außerdem ließ er eine Spitze gegen das Wahlkampfteam des Republikaners Ed Gillespie los, der Northam bei den Gouverneurswahlen 2017 unterlegen gewesen war. "Wenn sie dieses schreckliche Bild vor der Wahl entdeckt hätten, hätte er mit 20 Prozentpunkten Vorsprung gewonnen!"

Das Bild liefert gleich doppelten Anlass zur Empörung: Mitglieder des 1865 gegründeten Ku-Klux-Klans verbreiteten bei nächtlichen Überfällen in ihrer typischen weißen Robe mit brennenden Kreuzen Angst und Schrecken und ermordeten zahlreiche Afroamerikaner.

Umstritten ist auch das sogenannte Blackfacing - die Methode, dunkel-geschminkte weiße Schauspieler die Rollen von Schwarzen auf der Bühne oder der Leinwand übernehmen zu lassen. Sie knüpft an rassistische Stereotypen an.

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