Bei Kaufland gibt es Vitamin-D-Pilze: Das sagt Stiftung Warentest

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Vor allem in den dunklen Wintermonaten leiden viele Menschen unter einem Mangel an Vitamin D. Das Vitamin wird hauptsächlich vom Körper selbst mithilfe von Sonnenlicht gebildet, kann aber auch über die Nahrung aufgenommen werden.

Seit einigen Wochen verkauft die Einzelhandelskette Kaufland "Vitamin-D-Pilze" - braune Champignons, die durch die Bestrahlung mit UVB-Licht den 30-fachen Vitamin-D-Gehalt im Vergleich zu herkömmlichen Zuchtchampignons haben. Denn im Gegensatz zu wildwachsenden Pilzen enthielten im Supermarkt erhältliche Zuchtchampignons sonst nur geringe Mengen Vitamin D.

Die Stiftung Warentest hat die Vitamin-D-Pilze ins Prüflabor geschickt und kommt zu einem positiven Ergebnis. "Das Bestrahlungsverfahren funktioniert - die Vitamin-D-Gehalte liegen im Durchschnitt bei 9,6 Mikrogramm je 100 Gramm und damit deutlich über den Gehalten gewöhnlicher Zuchtchampignons". Dem Hersteller "Biopilzland" "zufolge enthalten sie 30-mal mehr Vitamin D als konventionelle Pilze". Je nach Packung unterschied sich der Vitamin-D-Gehalt allerdings stark. Bei den "Sonnenpilzen" von Kaufland waren es zwischen 5,3 bis 15,1 Mikrogramm. Die auf der Packung angegebene Dosis von 6,25 Mikrogramm hält Warentest daher für "scheingenau".

Zudem müsse das Angebot laut Novel-Food-Verordnung der EU eigentlich als "UV-behandelte Pilze" ausgewiesen werden und nicht als "Vitamin D Pilze". Schon mit 50 Gramm der "Vitamin-D-Pilze" lässt sich der Tagesbedarf an Vitamin D decken. Risikogruppen, die kein körpereigenes Vitamin D bilden können, könnten ihren kompletten Tagesbedarf mit dem Verzehr von rund 200 Gramm der manipulierten Pilze decken.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) steht den bestrahlten Champignons prinzipiell positiv gegenüber. "Bei gesunden Erwachsenen können sie den Vitamin-D-Status signifikant verbessern", sagt eine DGE-Sprecherin der Stiftung Warentest.

Trotzdem muss nun nicht jeder zu Kaufland rennen, um die Vitamin-D-Bomben zu kaufen. Laut Robert-Koch-Institutsind zwar nur rund 44 Prozent der Erwachsenen ausreichend mit Vitamin D versorgt, bei lediglich 15 Prozent ist der Mangel so groß, dass eine Gefahr für Knochenkrankheiten wie Osteoporose besteht. Wer sein Vitamin-D-Konto aber aufpeppen möchte, zum Beispiel im Winter, kann die Pilze durchaus nutzen - eine Überdosierung droht nicht.

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