Deutsche Bahn: Pendlerin strickt einen Verspätungsschal

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Die Frau strickte jedes Mal, wenn ihre Bahn Verspätung hatte, an einem Schal.

Jeden Tag strickte die Pendlerin zwei Reihen: Bei weniger als fünf Minuten Verspätung nahm sie graue Wolle, bei fünf bis 30 Minuten rosafarbene und bei einer Fahrt, die mehr als 30 Minuten verspätet war, benutzte sie rot. Ganze sechs Wochen lang habe die Mutter zwei Stunden pro Fahrt benötigt statt 40 Minuten.

Stuttgart - Eine Zugreisende hat die ständigen Verspätungen der Deutschen Bahn festgehalten und wird dafür in den sozialen Netzwerken gefeiert.

Während es am Anfang des Jahres mit viel grau und rosa losgeht und die Verspätungen laut der Twitter-Nutzerin noch erträglich ausfielen, dominiert im Sommer ein durchgehender roter Block. Die Erklärung: "Schienenersatzverkehr, die ganzen Sommerferien lang".

Der Schal zeichnet ein trauriges Bild von der Situation, die viele Pendler tagtäglich erleben: Verspätungen, Störungen oder gar Zugausfälle stehen auf der Tagesordnung. Heraus kam ein 1,5 Meter langer Schal, für den sie laut Angaben der Tochter insgesamt sechs Knäuel Wolle verstrickt hat. Viele teilen den Ärger der Strickerin über die vielen Verspätungen und Ausfälle der Deutschen Bahn.

Auch im Herbst und Winter tauchen immer wieder rote Streifen im Schal auf.

Das Verspätungs-Mahnmal entstand also nach der Heimfahrt, deswegen konnte die Pendlerin auch die rote Farbe für doppelte Verspätungen am Tag verwenden.

Der sogenannte Verspätungsschal einer bayerischen Bahnfahrerin wird noch bis Montag auf der Internetplattform Ebay für einen wohltätigen Zweck versteigert. Weichenstörungen, Türstörungen und Verspätungen vorausfahrender Züge hätten auch zum Ende des Jahres regelmäßig zu enormen Verspätungen geführt, so die Twitter-Nutzerin über den Pendel-Alltag ihrer Mutter.

Es wurden bereits mehr 1200 Euro geboten - bei noch fünf Tagen, bis die Auktion beendet ist. Diese Nachricht sorgt zurzeit sowohl in deutschen als auch in internationalen Medien für Aufmerksamkeit. Aktuellen Zahlen zufolge betrug die Pünktlichkeit im November durchschnittlich 70,4 Prozent, im Oktober waren es 71,8 Prozent. Nur im August (69,8 Prozent) waren die Werte noch schlechter.

Das heißt allerdings nicht, dass ein Zug auf die Minute genau nach Fahrplan im Bahnhof einfährt. Ausgefallene Züge fließen nicht in die Statistik ein.

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