China und USA noch weit von Lösung des Handelskonflikts entfernt

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Und auch in den USA treibt die Hoffnung auf eine Lösung im Handelsstreit die Börsen weiter nach oben: Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq notierten am Mittwoch nach Handelsstart moderat im Plus. Der Dax ging mit einem leichten Plus aus dem Handel. Der seit Monaten anhaltende Handelskrieg zwischen den beiden größten Volkswirtschaften sorgt für zusätzliche Unsicherheiten an den Finanzmärkten über die Konjunkturentwicklung in den USA, China und weltweit.

Nach dreitägigen Verhandlungen in Peking teilte Chinas Handelsministerium am Donnerstag mit, die Gespräche hätten "das gegenseitige Verständnis vergrössert und eine Grundlage geschaffen, um die Interessen beider Seiten anzusprechen". Dafür gab sich US-Präsident Donald Trump demonstrativ optimistisch: "Die Gespräche mit China laufen gut!", schrieb er über den Kurznachrichtendienst Twitter. Ein Durchbruch wurde nicht erwartet.

Am Montag hatten China und die USA ihre ersten direkten Handelsgespräche aufgenommen, seit US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping im Dezember eine 90 Tage dauernde Pause im Zollstreit vereinbart hatten. Er verwies auf sein jüngstes Telefonat mit Xi Jinping. "Ich glaube wirklich, dass sie einen Deal machen wollen".

Die Sonderzölle seien sehr schmerzhaft für China. "Ihre Wirtschaft läuft nicht gut", befand Trump mit Blick auf schlechtere Konjunkturdaten aus China. Dagegen kassiere der US-Zoll Milliarden Dollar an Abgaben für Importe aus China. Zur US-Delegation, die vom US-Vizehandelsbeauftragten Jeffrey Gerrish angeführt wurde, gehörten auch Vertreter des Finanz-, Handels-, Energie- und Landwirtschaftsministeriums sowie des Weißen Hauses. Es wird erwartet, dass Liu He in den kommenden Wochen mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lightizer für weitere Verhandlungen auf höherer Ebene zusammentreffen wird. Bei einer Zuspitzung aller Handelsstreitigkeiten der USA mit China, der EU und den anderen vier wichtigsten US-Handelspartnern mit Zusatzzöllen in Höhe von 25 Prozent und Vergeltungsmaßnahmen könnte das deutsche Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt in den nächsten fünf Jahren "schlimmstenfalls" um etwa 3,8 Prozent schrumpfen. Bei ihrem Konsens in der argentinischen Hauptstadt hatten sich Trump und Xi Jinping zunächst nur auf einen Burgfrieden und weitere Gespräche geeinigt.

Die USA fordern chinesisches Entgegenkommen und hatten eine Frist bis 1. März gesetzt. Bis dahin wird eine angekündigte weitere Erhöhung der US-Sonderabgaben auf chinesische Importe im Wert von 200 Milliarden Dollar von derzeit 10 auf 25 Prozent ausgesetzt. Der enge Vertraute von Chinas Staats- und Parteichef gilt als erfahrener Krisenmanager und Wirtschaftsexperte. Gibt es keine Einigung, droht allerdings eine Eskalation, die auch schwerwiegende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben könnte.

China hat bereits erste Konzessionen gemacht. Die Führung in Peking ebne damit den Weg für den Import großer Mengen an Sojabohnen aus den USA, sagte Experte Li Qiang vom Analysehaus Shanghai JC Intelligence. Zudem wurde angekündigt, dass scharf gegen erzwungenen Technologietransfer bei ausländischen Unternehmen vorgegangen werden soll.

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