CDU: Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz einigen sich auf Zusammenarbeit

Einstellen Kommentar Drucken

Merz sei eine "tolle Verstärkung" des CDU-Expertenkreises aus Vertretern von Wirtschaft und Wissenschaft.

Das ist das Ergebnis mehrerer Telefongespräche, die Merz nach SPIEGEL-Informationen in dieser Woche mit CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer geführt hat.

Eine CDU-Sprecherin bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der Zeitung "Die Welt". Dieses Thema solle nach der Europawahl im Mai zu einem inhaltlichen Schwerpunkt der Partei werden. Merz ist auch Vorsitzender der Atlantik-Brücke - eines Vereins, der die Zusammenarbeit zwischen den USA und Europa vertiefen will. Und er soll an der Erstellung des neuen CDU-Grundsatzprogramms mitwirken. Die CDU-Chefin schrieb auf Twitter, sie freue sich, dass Merz seine Erfahrung und Kompetenz in Fragen der Wirtschafts- und Finanzpolitik einbringen werde. "Das ist im doppelten Sinne ein gute Nachricht", sagte von Stetten der "Heilbronner Stimme". Merz ist als Mitglied einer bestehenden Expertenkommission zur sozialen Marktwirtschaft nominiert. Es bleibe aber abzuwarten, ob er dort seine Agenda für Leistungsträger auch durchsetzen könne.

Vor allem der Wirtschaftsflügel und konservative Politiker in der CDU hatten nach dem Bundesparteitag gefordert, dass Merz nach der knappen Niederlage an führender Stelle in die Parteiarbeit eingebunden werden müsse.

Der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, hatte der dpa gesagt, die sich andeutenden schlechteren Konjunkturdaten erforderten ein Umsteuern in der Wirtschafts- und Finanzpolitik.

Der im Rennen um den CDU-Vorsitz unterlegene Merz wird sich als Wirtschafts- und Finanzexperte in der Parteiarbeit engagieren.

AKK kommt mit ihrer Entscheidung Forderungen aus dem konservativen Lager nach, Merz auch weiterhin in die Parteiarbeit einzubinden.

Merz selbst zeigte sich offen für ein Ministeramt: "Ein solches Amt würde ich mir aufgrund meiner Erfahrung in der Wirtschaft und Politik zutrauen", sagte er wenige Tage nach dem Parteitag. In einem Gespräch mit Kramp-Karrenbauer habe er das "Angebot noch einmal erneuert, wirklich mit ganzer Kraft in die Politik zu gehen und dafür auch meine bisherige berufliche Tätigkeit aufzugeben". Darauf hatte neben Kramp-Karrenbauer auch Regierungssprecher Steffen Seibert mit einer Absage reagiert: "Die Bundeskanzlerin plant keine Kabinettsumbildung". Auch Kramp-Karrenbauer erteilte Merz eine Abfuhr: Sie habe beim letzten Kabinettsfrühstück durchgezählt und festgestellt: "Das Kabinett war vollzählig".

Comments