Airline in Finanznot: Germania braucht dringend frisches Geld

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In Berlin forderte die FDP-Fraktion den Senat auf, Germania in der Hauptstadt zu halten. Am Dienstagabend verschickte sie eine Medienmitteilung, in dem sie über ihre Liquiditätsprobleme informierte.

In der Pressemitteilung verweist Germania auf starke Veränderungen in der europäischen Luftfahrtbranche.

Als potenzielle Investoren für Germania kommen Großkonzerne wie Lufthansa, Ryanair, Easyjet oder IAG (British Airways, Iberia, Air Lingus und Vueling) in Frage, heißt es in Branchenkreisen. Die massiven Kerosinpreissteigerungen in 2018 hätten bei gleichzeitiger Abwertung des Euros gegenüber dem Dollar zu den Problemen geführt, hinzu seien erhebliche Verzögerungen bei der Indienststellung neuer Flugzeuge sowie eine außergewöhnliche hohe Anzahl technischer Serviceleistungen an der bestehenden Flotte gekommen. Die Folge seien "große Belastungen" gewesen. Deshalb prüfe man derzeit mehrere Optionen einer Finanzierung, "um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu sichern".

Es gehe nun darum, wie Germania als mittelständisches Unternehmen auch weiterhin in einem Marktumfeld bestehen könne, das von Airlines mit "konzernähnlichen Strukturen" geprägt sei. Am Ende der Mitteilung heißt es: "Beim Flugbetrieb gibt es keine Einschränkungen, alle Germania-Flüge finden planmäßig statt". "Nach der Pleite von Airberlin sind wir vor allem auf Germania Flug AG umgestiegen".

Das Unternehmen wurde 1986 zunächst in Köln gegründet und hat später seinen Sitz nach Berlin verlegt.

Nach dem deutschen Flugchaos im vergangenen Jahr steckt jetzt auch die Fluggesellschaft Germania in finanziellen Schwierigkeiten. Ab Zürich fliegen die Maschinen Ferienziele am Mittelmeer sowie die Balkanregion an.

Die Airline betreibt zwei Mittelstreckenflieger vom Typ Airbus A319 sowie einen Airbus A321.

Die Frage stellt sich aufgrund der 40-Prozent-Beteiligung dennoch, ob nach dem Aus der Berner Skywork, der Tessiner Darwin und der Zürcher Air-Berlin-Tochter Belair nun ein weiteres Grounding einer Schweizer Airline droht. Im Winterflugplan biete Germania elf Flüge pro Woche ab dem Airport an, im Sommer seien es "deutlich mehr". Germania spricht von über 60 Zielen in Europa, Nordafrika sowie im Nahen und Mittleren Osten, die mit den grün-weiß lackierten Flugzeugen angeflogen werden. Zu den vom Unternehmen geprüften Optionen gehört laut dem Medienbericht auch ein Verkauf der Gruppe. Ein Kuoni-Sprecher sagt, auf Nachfrage sei es Kunden möglich, Germania-Flüge zu buchen. Die Airline vertreibt die Tickets sowohl im Einzelverkauf, als auch über Reiseveranstalter. Inzwischen gehe es nicht mehr nur um eine kurzfristige Finanzierungslücke. Allerdings sei die Suche nach neuen Aktionären bisher erfolglos verlaufen.

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