Weltbank-Präsident kündet Rücktritt an

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Weltbank-Präsident Jim Yong Kim tritt vorzeitig ab. Außerdem wolle er sich wieder für die von ihm mitgegründete Organisation Partners in Health engagieren. Das teilte die Weltbank in Washington mit.

Kim hatte erst am 1. Juli 2017 seine zweite Amtszeit angetreten, die bis Mitte 2022 dauern sollte. Die Belegschaft hatte sich in einem offenen Brief an die Führungsgremien gewandt und von einer "Führungskrise" sowie von Reformbedarf gesprochen. Der 59-jährige erklärte, er werde dann einem Unternehmen beitreten, das sich um den Ausbau von Infrastruktur-Projekten in Entwicklungsländern kümmere, so Reuters. Seine Aufgaben sollen ab Februar vorübergehend von der Weltbank-Managerin Kristalina Georgieva übernommen werden.

Es sei ihm eine "große Ehre" gewesen, der Institution, die sich dem Ziel der Armutsbekämpfung verschrieben habe, jahrelang vorzusitzen, zitierte die Weltbank den scheidenden Präsidenten. Er hatte vor allem den Folgen des Klimawandels und dem Ausbruch von Seuchen den Kampf angesagt. Zuletzt hatte die Weltbank mit einem Human Capital Index Aufsehen erregt - er misst, wie viel Kapital jedes Land durch mangelnde Bildung ungenutzt lässt. Seine erste Amtszeit hatte Kim 2012 als Nachfolger von Robert Zoellick begonnen. Kim wurde 1959 in Südkorea geboren und wuchs in den USA auf. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern war er kein Politiker, Banker oder Diplomat, sondern Mediziner. Den Internationalen Währungsfonds IWF leitet dagegen üblicherweise ein Europäer, zurzeit die Französin Christine Lagarde.

Internationale Erfahrung hatte er vor allem als Direktor für Aids-Bekämpfung bei der Weltgesundheitsorganisation WTO gesammelt.

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