Netflix nimmt nach Druck aus Riad Satire aus dem Programm

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"Und ich meine das als Muslim und als Amerikaner", sagte der US-Komiker Minhaj darin unter anderem.

Unter dem politischen Druck des Königshauses von Saudi-Arabien hat der US-Streamingdienst Netflix eine Folge einer Comedy-Show aus dem Programm genommen. Es geht um die Ermordung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul sowie um Riads Militäreinsatz im Bürgerkriegsland Jemen. Die Satire wird auf Netflix gezeigt. "Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, um unsere Beziehungen zu Saudi-Arabien zu überdenken", sagte Minhaj in der Folge mit Blick auf den Tod des Regimekritikers Jamal Khashoggi.

"Wir unterstützen mit Nachdruck weltweit die künstlerische Freiheit und haben die Folge nur in Saudi-Arabien zurückgezogen, nachdem wir eine rechtskräftige Aufforderung erhalten haben", erklärte eine Sprecherin des Streamingdiensts.

Unter Berufung auf ein Gesetz gegen Cyberkriminalität habe die saudische Kommission für Kommunikation und Informationstechnologie daraufhin eine Aufforderung an Netflix geschickt, die Episode aus dem Netz zu nehmen. Laut "Financial Times" (England) verstößt die Satire (hier einsehbar) nach Ansicht des Informationsministeriums in Riad gegen ein Gesetz zur Cyber-Kriminalität. Das Ministerium war zunächst nicht zu einer Stellungnahme erreichbar.

In einem Interview mit der Kulturzeitschrift "The Atlantic" hatte Minhaj im Dezember schon davon gesprochen, dass ihm die Saudi-Arabien-Episode Ärger einbringen könnte.

Der Regierungskritiker Khashoggi war am 2. Oktober im Konsulat seines Landes in Istanbul von saudi-arabischen Agenten getötet worden. Die Tötung hatte weltweit zu Aufsehen und diplomatischen Verwerfungen geführt. Der US-Senat bezeichnete in einer Resolution den saudischen Kronprinzen Mohammed als "verantwortlich für den Mord". Mit ihrem Beschluss stellte sich die Kongresskammer gegen US-Präsident Donald Trump (72), der die Beteiligung des Thronfolgers an dem Verbrechen anzweifelt.

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