Nordkoreanischer Diktator: Kim will erstmals nach Südkorea reisen

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Ursprünglich wollte Kim bereits im aktuellen Jahr in die südkoreanische Hauptstadt reisen.

Für die Beziehung zwischen Nordkorea und den USA war 2018 ein gutes Jahr, geprägt von Schritten der Annäherung, darunter das historische Treffen von Donald Trump und Kim Jong Un. In seiner Neujahrsansprache bekräftigte Kim am Dienstag zwar die Absicht zur atomaren Abrüstung und Fortsetzung der Gipfeldiplomatie mit den USA.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat den Vereinigten Staaten mit einem Ende der jüngsten Entspannungspolitik gedroht, sollte Washington seine Sanktionen gegen Pjöngjang beibehalten. Allerdings werde Nordkorea "keine andere Wahl haben als einen neuen Weg zum Schutz unserer Souveränität" auszuloten, sollten die USA versuchen, seinem Land etwas aufzuzwingen oder unter Druck zu setzen. Allerdings sei er bereit, sich jederzeit erneut mit US-Präsident Donald Trump zu treffen. Was genau mit einem "neuen Weg" gemeint sein könnte, war zunächst unklar. Auch rief Kim zu einem Ende der Militärmanöver der USA mit Südkorea auf. Erst im Dezember legte eine Mitteilung in den Staatsmedien nahe, dass Pjöngjang im Kern nicht davon abrücken will: Man werde niemals einseitig ihre Atomwaffen aufgeben, solange Washington die nukleare Bedrohung nicht beseitige, hieß es. Trump hatte in der vergangenen Woche erklärt, er freue sich auf sein zweites Gipfeltreffen mit Kim.

Nach Angaben von Moons Sprecher äußerte Kim in seinem Brief "großes Bedauern" darüber, dass die Seoul-Reise bisher nicht stattfand. Die USA sollten "auf unsere aktiven Bemühungen mit glaubhaften Schritten und korrespondierendem Verhalten antworten", forderte er. Dabei willigte der nordkoreanische Machthaber in die "Denuklearisierung" seines Landes ein. Auch mit Südkorea trat Nordkorea in eine neue Phase der Zusammenarbeit und Aussöhnung ein. Kim möchte sich bald wieder treffen - aber er stellte in seiner Neujahrsansprache auch Bedingungen. Der Norden sei zu einer Wiederaufnahme des Betriebs in einem gemeinsamen Industriepark in der Grenzstadt Kaesong bereit.

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