Zweites Kind stirbt in US-Gewahrsam nahe Grenze

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Kurz vor Weihnachten kam es zum "Shutdown".

Zum zweiten Mal innerhalb eines Monats ist ein Kind im Gewahrsam der US-Grenzbehörden gestorben. Ein achtjähriger Junge starb in der Nacht auf Dienstag in einem Krankenhaus im US-Bundesstaat New Mexico, in das er am Vortag eingeliefert worden war, wie die Behörde mitteilte.

Das Kind sei am Montag in ein Krankenhaus gebracht worden, nachdem Anzeichen einer Erkrankung bemerkt worden waren, hieß es. Die Todesursache sei noch nicht bekannt.

Die Mediziner hätten zunächst eine "einfache Erkältung" diagnostiziert, doch später habe der Bub einen Fieberschub bekommen.

Guatemalas Außenministerium forderte eine "transparente und ernsthafte Untersuchung" des Falls. Dort sei er kurz nach Mitternacht gestorben.

Erst Anfang Dezember war ein sieben Jahre altes Mädchen nach seiner Festnahme durch amerikanische Grenzbehörden an Dehydrierung gestorben. Er war zusammen mit seinem Vater bei dem Versuch festgenommen worden, aus Mexiko in die USA zu gelangen. Am 23. Dezember wurden sie demnach zum Posten der Grenzpolizei in Alamogordo in New Mexico gebracht. Das ebenfalls aus Guatemala stammende Kind hatte nach US-Angaben offenbar auf der Flucht tagelang kein Wasser getrunken.

Der demokratische Senator Martin Heinrich, der New Mexico im Kongress vertritt, schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, die Nachricht vom Tod des Achtjährigen breche ihm das Herz, mache ihn aber auch wütend. Das US-Heimatschutzministerium bezeichnete den Tod des Mädchens als "unglaublich tragisch", die Regierung wies jedoch eine Mitschuld am Tod des Kindes zurück. Wieder sei ein Kind unter Aufsicht der Behörden gestorben. Die New Yorkerin forderte zudem "ein Ende der hasserfüllten, gefährlichen und einwandererfeindlichen Politik" der US-Regierung. Nun ist ein zweites Kind, das sich in Gewahrsam der US-Grenzer befand, gestorben. Trump ließ dieses Vorgehen daraufhin beenden. Er sprach am Weihnachtsmorgen gegenüber Reportern zwar die Lage an der US-Grenze an, konzentrierte sich in seinen Ausführungen aber ausschliesslich auf den Mauerbau. Der Streit mit den oppositionellen Demokraten um die Finanzierung der Mauer hat zu einer Haushaltssperre geführt, die derzeit Teile des Regierungsapparats lahmlegt.

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