Über 40 Tote nach Angriff in Kabul

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Drei Angreifer seien ebenfalls getötet worden, bestätigte der Sprecher des Innenministeriums, Nasrat Rahimi.

Vor dem Ministerium für öffentliches Bauwesen war am Montagnachmittag (Ortszeit) eine Autobombe detoniert. Mehrere weitere Menschen seien verwundet worden. Danach hätte eine unbekannte Anzahl von Angreifern nahe gelegene Gebäude des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Märtyrer und Behinderte gestürmt, Geiseln genommen und auf weitere Regierungsgebäude in der Umgebung gefeuert. Am Abend seien zwei der drei angegriffenen Gebäude gesichert gewesen. Regierungsmitarbeiter rannten um ihr Leben, einige sprangen aus Fenstern, um sich in Sicherheit zu bringen. Das Gebiet im Osten Kabuls wurde weitläufig abgesperrt.

In der Nähe des Anschlagsortes befindet sich auch ein Büro der Vereinten Nationen. Menschen, die offensichtlich in den Regierungsgebäuden festsaßen, riefen über Facebook um Hilfe: "Sie töten alle. Es gibt kein sicheres Versteck". Bisher hat es in Kabul in diesem Jahr 22 große Anschläge mit insgesamt mehr als 500 Toten gegeben.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Den Großteil der Anschläge reklamierte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für sich. Die Sicherheitslage hatte sich in den vergangenen Monaten weiter verschlechtert. Weitere 30 Prozent sind umkämpft.

Erst am Sonntag waren in Afghanistan der Verteidigungs- und Innenminister ausgetauscht worden.

Asadullah Chalid und Amrullah Saleh, die das Verteidigungs- und Innenressort bis zu ihrer Bestätigung im Parlament geschäftsführend übernehmen, gelten als Anti-Taliban-Hardliner. Beide haben in der Vergangenheit bereits den Geheimdienst NDS geleitet. Afghanistans Präsident Aschraf Ghani teilte mit, "Terroristen" würden zivile Ziele angreifen, "um ihre Niederlage auf dem Schlachtfeld zu verbergen". De-facto-Regierungschef Abdullah Abdullah machte die radikalislamischen Taliban für den Anschlag verantwortlich und erklärte, die Entschlossenheit der Regierung, die Taliban zu besiegen, wachse mit jedem Angriff der Islamisten.

US-Präsident Donald Trump hatte vor kurzem den Rückzug der Hälfte der 14 000 US-Soldaten aus Afghanistan bekanntgegeben. Die bisher unbestätigten Berichte hatten für Unruhe bei der afghanischen Regierung, Bevölkerung sowie bei den Nato-Bündnispartnern gesorgt, die ebenfalls Soldaten in Afghanistan stationiert haben, darunter auch Deutschland.

Gleichzeitig laufen Bemühungen, den Krieg politisch zu beenden.

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