Trump vermiest Mattis den geordneten Rücktritt

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Mattis tat dies kurz nach Trumps umstrittener Entscheidung für einen Truppenabzug der USA aus Syrien. US-Präsident Trump habe schon angewiesen, den Abzug einzuleiten.

Nach der Rücktrittsankündigung von US-Verteidigungsminister Jim Mattis für Februar hat Präsident Donald Trump verkündet, ihn bereits zum Jahreswechsel vorerst durch dessen bisherigen Stellvertreter Patrick Shanahan zu ersetzen. Er ergänzte: "Es wird großartig sein".

Der Auslöser seines Rücktrittsschreibens war dann die Ankündigung des Präsidenten vom Mittwoch, die US-Truppen aus Syrien abzuziehen - gegen den Rat von Mattis und im Grunde fast aller anderen Experten.

Legende: Mattis zieht per Ende Februar seinen Hut. Es sei unverzichtbar für die USA, starke Partnerschaften zu pflegen und Verbündete mit Respekt zu behandeln - etwa die Nato und das internationale Anti-IS-Bündnis. Im Oktober sagte Trump in einem Interview, Mattis werde "vielleicht gehen" und sei in Wahrheit "eine Art Demokrat".

Kurz nach der Rückzugsankündigung tauchte am Donnerstagabend (Ortszeit) die Nachricht auf, die US-Regierung wolle sich auch aus Afghanistan teilweise zurückziehen.

Amtszeit endet am 31 Dezember Wegen seiner Ablehnung eines schnellen vollständigen US-Abzugs aus Syrien gibt auch der US-Sondergesandte für den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), Brett McGurk, seinen Posten vorzeitig auf. Der Präsident hat sich eher einen Namen damit gemacht, internationale Partner reihenweise vor den Kopf zu stoßen und ungewohnte Nähe zu einstigen Gegnern zu demonstrieren.

Mattis hatte in einem veröffentlichten Schreiben an Trump erklärt, er trete wegen inhaltlicher Meinungsverschiedenheiten mit dem Präsidenten ab.

Wer steht nach Mattis' Rücktritt noch zu Trump? Nur wenige Minuten vor Veröffentlichung des Rücktrittschreibens hatte Trump selbst den Abgang seines seit zwei Jahre dienenden Verteidigungsministers bekanntgegeben. Auch in Trumps eigener Partei löste der Entschluss Empörung und Besorgnis aus.

Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter, Mattis habe noch am Donnerstag versucht, Trump in der Frage umzustimmen - allerdings ohne Erfolg. Der Verteidigungsminister quittierte seinen Job bloß mit seinem Namenszug. In seinem Abschiedsschreiben an Trump fand er nicht ein einziges Wort des Lobs für den Boss, sondern beklagte dessen Faszination für autoritäre Gestalten auf Kosten der demokratischen Allierten der USA. Andere wären für einen solchen Beschluss als Helden gefeiert worden, er dagegen werde von den Medien schwer dafür gerügt, schrieb er. Andere Länder in der Region, darunter die Türkei, könnten nun problemlos mit dem fertig werden, was noch von der Terrororganisation übrig sei. Man habe über den IS, das jeweilige Engagement in Syrien und über den langsamen und koordinierten Abzug der US-Truppen gesprochen.

Trump bemühte sich dagegen, jeden Anschein von Differenzen zu zerstreuen.

Nach amerikanischen Medienberichten hatte der Präsident den Rückzug der 2.000 amerikanischen Soldaten aus Syrien gegen den ausdrücklichen Rat von Mattis und dem US-Sicherheitsberater Bolton beschlossen.

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