Warnstreiks der Bahn angekündigt: Reisende müssen mit Chaos rechnen

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Die Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn sind am Samstag ergebnislos abgebrochen worden, die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kündigte Warnstreiks an. Nun wird es Warnstreiks geben.

Reisende müssten schon zu Beginn der kommenden Woche mit erheblichen Zugausfällen rechnen.

In den Tarifgesprächen für rund 160.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn hatten die Beteiligten am Samstag einen neuen Einigungsversuch unternommen. Das Unternehmen und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) konnten sich in einer dreitägigen Verhandlungsrunde am Ende nicht auf die Höhe der Einkommenserhöhung verständigen.

Beide Gewerkschaften sind mit der Forderung nach bis zu 7,5 Prozent höheren Einkommen in die Verhandlungen gegangen, wobei die GDL dies auf eine Vertragslaufzeit von 24 Monaten bezog. Die Bahn wollte erst dann ein "Gesamtangebot" an beide Gewerkschaften vorlegen, wenn andere wichtige Fragen geklärt sind. Die Bahn habe ein beziffertes Angebot vorgelegt, zu Details äußerten sich die Gewerkschaftssprecher nicht. "Am Ende fehlte aus unserer Sicht ein Prozent mehr angesichts der vom Arbeitgeber angebotenen längeren Laufzeit", fügte sie hinzu. "Die Laufzeit ist zu lang, die Prozente sind daran gemessen zu niedrig", sagte Rusch-Ziemba. Sie vertritt etwa 160.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn im Inland.

Mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) vertagte sich die Bahn auf den kommenden Dienstag (11.12.) in Eisenach. Hier sei man kurz vor dem Ziel, sagte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler. Mit der EVG ist es die vierte, mit der GDL die fünfte Runde in dieser Tarifauseinandersetzung.

Die EVG hatte im Vorfeld mit einem Abbruch der Gespräche und "weiterreichenden Aktionen" gedroht, falls keine Einigung gelingen sollte. Die EVG lehnte hingegen eine Vertagung ab.

Als schwieriger Punkt gilt auch das von der EVG verlangte Wahlmodell für die nächste Lohnerhöhung: Die Arbeitnehmer sollen demnach statt des Geldes auch mehr Urlaub oder eine kürzere Arbeitszeit wählen können. Die GDL verhandelt für rund 36.000 Beschäftigte des Zugpersonals, darunter vor allem Lokführer, Zugbegleiter und Bordgastronomen.

Vor den Verhandlungen über die Kernforderungen (Lohnerhöhung, Wahlmodell und Betriebsrente) hatten sich Bahn und EVG in der vorherigen Runde schon auf Mietzuschüsse für Auszubildende, eine Vergütung von Reisezeiten zum Arbeitsplatz, die Verlängerung der Altersteilzeit und beim Komplex Digitalisierung der Arbeitswelt verständigt. Die Gespräche in Hannover liefen seit Donnerstag parallel in zwei Hotels. Mit der GDL kam eine Teileinigung über die Ruhepausen und Verbesserungen bei den Schichtplänen des Zugpersonals zustande.

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