Bereits erste Festnahmen:"Gelbwesten" versammeln sich in Paris

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Ihre Ankündigung, sich am Samstag durch einen Streik an den Protesten der "Gelbwesten" zu beteiligen, löste in den französischen Medien dennoch ein verstörtes Echo aus.

Frankreich will mit einem riesigem Polizeiaufgebot neue Gewalt und Krawalle verhindern.

Premier Philippe erklärte im Senat, Innenminister Christophe Castaner rufe dazu auf, am Samstag nicht in Paris zu demonstrieren.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Mittwochabend angekündigt, die geplanten Steuererhöhungen für Benzin und Diesel für das Jahr 2019 außer Kraft zu setzen.

Nach Angaben der Polizei wurden am Samstagmorgen in Paris bereits 481 Menschen vorläufig festgenommen. Den vierten Tag in Folge blockierten Schüler und Studenten am Freitag Bildungseinrichtungen. "Er ist es, der den Schlüssel für dieses Schloss in der Hand hat", sagte Christophe Chalençon von den "freien Gelben Westen" nach einem Treffen mit Premier Philippe vor Journalisten. Autos gingen in Flammen auf, Geschäfte wurden geplündert. Rund um den Pariser Triumphbogen, wo es am vergangenen Wochenende zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen war, war Polizei im Einsatz.

Während in Frankreich die Anspannung vor dem Wochenende wuchs, sorgten Videoaufnahmen von einem früheren Polizeieinsatz für Empörung und Betroffenheit.

Pariser Touristen-Attraktionen wie Eiffelturm und Louvre sowie zahlreiche Geschäfte bleiben aus Furcht vor Chaos und Plünderungen geschlossen.

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Im Laufe des Samstags spitze sich die Lage in Paris weiter

Ursprünglich hatten die "Gelbwesten" gegen geplante Steuererhöhungen auf Sprit und Diesel demonstriert - dieses Vorhaben legte die Regierung inzwischen auf Eis. Seit seiner Rückkehr vom G-20-Gipfel am vergangenen Wochenende hatte er sich mit Äußerungen in der Öffentlichkeit deutlich zurückgehalten. Bereits am Mittwoch hatte er sich vor der Nationalversammlung erklärt. Den Kurswechsel bei den Steuererhöhungen kündigte Umweltminister Francois de Rugy während einer Livesendung im Fernsehen an. Die Schüler hätten in dem Ort randaliert.

Wenn der Bildungsminister nicht bald eine starke Antwort gebe, werde es Todesfälle geben, sagte der Präsident der Nationalen Schülerunion, Louis Boyard, dem Sender BFMTV. Er fürchte bei den Protesten Gewalt - und rief gleichzeitig zur Ruhe auf.

Für kommende Woche haben die Landwirte Proteste angekündigt. Laut Medienberichten hatten mehrere Menschen versucht, Teile der Universität zu besetzen. Die Bauern fühlten sich "gedemütigt". Eine öffentliche Stellungnahme sei aber für Anfang kommender Woche geplant. Die Zugänge zu dem weltberühmten Wahrzeichen waren gesperrt. Weitere Museen und Sehenswürdigkeiten, vor allem rund um den Boulevard Champs-Élysées, wollen sicherheitshalber schließen.

Mit Blick auf mögliche neue Ausschreitungen wurden auch mehrere Fussballspiele abgesagt. Auch ein für Sonntag angesetztes Spiel zwischen Saint-Etienne und Olympique Marseille wird verschoben.

Die Liga äußerte sich zunächst nicht weiter zu den Gründen.

Allein in Paris sollen nach Angaben des Premierministers Édouard Philippe 8000 Polizisten und andere Ordnungskräfte eingesetzt werden; im ganzen Land 89.000. Auch das Topspiel zwischen Paris Saint-Germain und Montpellier sowie die Partie zwischen Toulouse und Lyon werden verschoben.

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