"Aquarius" stellt Rettungsfahrten im Mittelmeer ein

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"In der aktuellen Konstellation, mit dem Staatsanwalt in Italien, der das Schiff beschlagnahmen lassen will und gleichzeitig der Suche nach einer Flagge, halten wir es einfach nicht für möglich, dass wir mit diesem Schiff weitermachen können".

Die Nichtregierungsorganisationen "Médecins sans frontières" (MSF) und "SOS Méditerranée" haben am Donnerstagabend offiziell angekündigt, mit dem Schiff Aquarius keine weitere Flüchtlinge mehr zu retten. Zweimal wurde dem Schiff die Flagge entzogen. Zuletzt warfen italienische Behörden der Nichtregierungsorganisation (NGO) vor, illegal Müll in Italien entsorgt zu haben, und drohten mit der Beschlagnahmung des Schiffes. Ärzte ohne Grenzen verurteilte die Entscheidung "aufs Schärfste". SOS Mediterranee bemühe sich bereits um ein neues Schiff.

Panama hatte seine Flagge zurückgezogen, und kein anderes Land war bereit, es für die Fahrten im südlichen Mittelmeerraum zu registrieren. In der Antwort auf die Bitte mehrerer Abgeordneter des Schweizer Parlaments erklärte die Regierung, sie sehe sich "unter den gegebenen Umständen nicht in der Lage, die Ausnahmeklausel des Seeschifffahrtsgesetzes für das Seeschiff Aquarius anzuwenden". "Wir haben den Höhepunkt der Kriminalisierung von humanitärer Hilfe auf See erreicht", sagte die Geschäftsführerin der deutschen Sektion, Verena Papke.

Sie nannte es ein "Armutszeugnis für Europa", dass ihre Organisation jetzt gezwungen sei, den Betrieb der "Aquarius" einzustellen, "während europäische Mitgliedsstaaten ihrer Verantwortung, Menschen im Mittelmeer zu retten, nicht gerecht werden". Man sei "auf die Initiative von mutigen Reedereien angewiesen, die bereit sind, ein Zeichen der Solidarität" zu setzen. Weltweit Beachtung fand die Blockade des Schiffs im Sommer mit Hunderten Menschen an Bord.

Als der neue Innenminister Italiens, Matteo Salvini, zusammen mit Malta die Einfahrt in Häfen verweigerte, kam es zu einem diplomatischen Streit in Europa. Es musste nach Spanien ausweichen.

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