USA vs. China - Handelsstreit: Peking trotz Huawei-Affäre zuversichtlich

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Gleichzeitig kamen rasch Zweifel auf, ob der erst am Wochenende vereinbarte 90-tägige Handelsfrieden zwischen den USA und China auch unter den neuen Vorzeichen nachhaltig Bestand haben kann.

Huawei bestätigte die Verhaftung in einem Statement. Meng Wanzhou ist nicht irgendeine Managerin: Die Controlling-Expertin - im Westen auch als Sabrina Meng bekannt - ist CFO des chinesischen Elektronikgiganten Huawei und, gewichtiger noch, die Tochter des Gründers Ren Zhengfei. Die kanadischen Behörden hätten auch nur wenige Informationen vorgelegt. Nun könnte es zu deren Auslieferung an die USA kommen. Demnach verdächtigen die Behörden Huawei, mindestens seit 2016 in den USA gefertigte Produkte in den mit Sanktionen belegten Iran exportiert zu haben. Huawei lässt verlauten, es sei kein Fehlverhalten Mengs bekannt. Zumal es hier um ein Unternehmen geht, dass in der Entwicklung der chinesischen IT-Branche eine zentrale Rolle spielt und das Land weltweit durch seine Beiträge zur Mobilfunk-Infrastruktur vertritt. Meng Wanzhou wurde in Kanada festgenommen, weil Huawei angeblich gegen Sanktionen verstoßen hat, die von den USA gegen den Iran verhängt wurden.

China reagierte mit scharfem Ton auf die Festnahme.

Zudem werde man "alle Massnahmen ergreifen, um die legitimen Rechte und Interessen der chinesischen Bürgerin entschlossen zu schützen". Laut der "New York Times" geht es auch um Verstöße gegen die Sanktionen gegen Nordkorea. Auch in Großbritannien wachsen die Bedenken, Huawei könnte ein trojanisches Pferd der chinesischen Regierung sein und sollte deshalb vom Bau des superschnellen 5G-Netzwerks ausgeschlossen werden. Die US-Regierung unter Donald Trump arbeitet in einer außergewöhnlichen internationalen Kampagne daran, verbündete Länder davon zu überzeugen, Sanktionen einzuführen.

US-Senator Chris Van Hollen sagte: "Huawei und ZTE sind zwei Seiten der gleichen Münze - Chinas Telekommunikationsunternehmen stellen eine fundamentale Gefahr für Amerikas Nationale Sicherheit dar".

Dank günstiger Preise gehört der Konzern aus dem südchinesischen Shenzhen mit seinen 180.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mittlerweile zu den Marktführern. "Die Festnahme der Huawei-Managerin ist doch noch einmal etwas, was die Leute verschreckt". Vor allem die USA unterstellen Huawei immer wieder, für Chinas Regierung zu spionieren. Huawei bestreitet die Vorwürfe. 2013 beschrieb Reuters, dass viele enge und auch personelle Verbindungen zwischen Huawei und Skycom bestanden haben sollen. Das "Wall Street Journal" ("WSJ") hatte im April berichtet, die US-Justiz habe Ermittlungen eingeleitet. In Australien, den USA und Neuseeland dürfen deswegen beim Aufbau des neuen 5G-Systems für mobiles Internet keine Bauteile und Steuerelemente von Huawei mehr verwendet werden. Und so scheint es, als wäre Mengs Verhaftung schlicht der nächste Schachzug der Amerikaner im andauernden Handelskonflikt mit China.

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