Ballon d'Or: Moderator fragt Weltfußballerin, ob sie "twerken" will

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Zuvor hatte der 42-Jährige, der die Verleihung des Ballon d'Or moderiert hatte, für einen handfesten Eklat gesorgt.

Am Abend meldete sich Martin Solveig bei Twitter zu Wort.

Bei der Wahl der französischen Fachzeitung France Football durch Fachjournalisten aus aller Welt wurden in diesem Jahr erstmals auch Fußballerinnen ausgezeichnet. Und nicht nur das.

Paris. Fußballerin Ada Hegerberg freut sich über die Auszeichnung zur Weltfußballerin und wird dann vom Moderator mit einer ungewöhnlichen Frage überrascht. Die Norwegerin Hegerberg, die bei Champions-League-Sieger Olympique Lyon unter Vertrag steht, schnappte sich den Titel. Was lustig klingt, sorgt beim Ballon d'Or für Kopfschütteln. Erst lehnte sie ab, machte dann aber doch mit.

Wieso fragt Solveig nicht, welchen Trick Hegerberg am Ball besonders gut beherrscht?

Twerken ist ein Tanzstil, bei dem man tief in die Hocke geht und mit dem Po wackelt.

Die 23-Jährige von Olympique Lyon, die am Montagabend in Paris als erste Spielerin mit der Auszeichnung des französischen Fachmagazins "France Football" bedacht wurde, reagierte sichtlich entsetzt auf die Frage. Hier entlud sich nach der Show ein Shitstorm gegen Solveig. Von einer "absoluten Respektlosigkeit" ist ebenfalls zu lesen.

Sogar Tennis-Star Andy Murray äußerte sich via Instagram-Story zu dem Vorfall. "Gut gemacht, der Sexismus im Fußball ist wahrhaftig lebendig", schrieb die Frauenrechtlerin Aisha Ali-Khan, die unter anderem den Womens March in London mitorganisierte. Außerdem habe sich Solveig bei ihr persönlich entschuldigt, damit sei die Sache für sie erledigt.

Als Entschuldigung für die verbale Entgleisung brachte der Franzose seine "ungenügenden" Englischkenntnisse vor. Es sei für ihn nur ein Witz gewesen, wahrscheinlich aber ein schlechter. Und ihm sei nicht bewusst gewesen, dass jemand das als beleidigend auffassen könnte. Ada Hegerberg nutzte die Chance, diesen Augenblick als einen großen für den Frauenfußball zu würdigen, sie appellierte an Frauen und Mädchen: "Bitte glaubt an euch". Er habe Hegerberg seinen Spruch erklärt und sie habe ihm gesagt, dass sie verstanden habe, dass es ein Witz gewesen sei. "Dennoch entschuldige ich mich bei allen, die möglicherweise beleidigt wurden", fügte Solveig hinzu.

Der Ballon d'Or wurde von einer Jury vergeben, die aus je einem Sportjournalisten aus den Ländern der 53 Mitgliedsverbände der Uefa besteht sowie aus 53 Juroren aus den Ländern derjenigen aussereuropäischen Verbände, die an mindestens einer WM teilgenommen haben.

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