"Tatort: Wir kriegen euch alle": So ist der neue Krimi aus München

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Die kleine Lena hat das Massaker überlebt. Die kleine Lena hat ihm in einem noblen Münchner Wohnort nachts die Tür geöffnet, der Mann im roten Mantel hat sie daraufhin betäubt und die Eltern des Mädchens auf brutale Art ermordet. Als trojanisches Pferd im Kinderzimmer sitzt eine smarte, sprechende Puppe, die der Täter per Handy fernsteuert, um die Kleinen auszufragen. An die Wand steht mit Blut geschrieben: "Wir kriegen euch alle".

"Wir kriegen euch alle" war der 80. Film der Münchner Kommissare - einsamer "Tatort"-Rekord". Das chinesische Au-pair-Mädchen berichtet den Kommissaren Batic und Leitmayr, Lena habe vor dem Mord von einem Weihnachtsmann erzählt, der sie besuchen komme. Mitten im Sommer? Eine Überwachungskamera bestätigt das.

Kaum ist Halloween ohne größere Zwischenfälle mit blutigen Horror-Clowns überstanden, da dräut neue Gefahr am Horizont: Weihnachtsmänner zum Fürchten, die mit der Machete ganze Familien abschlachten. Doch wie kam der Mann ins Haus?

Bald stellt sich heraus, dass Lenas Smartpuppe Senta dabei eine Rolle spielt. Sie ist die Verbindung nach außen. Zudem wird klar, dass Lena von ihrem Vater missbraucht wurde. Eine Spur führt zu einem Verein für die Opfer sexuellen Missbrauchs. Leonard Carow sticht als von Albträumen gebeutelter Bursche aus der Truppe heraus, auch Routinier Martin Feifel liefert ein bedrückendes Porträt ab, Jannik Schümann punktet als schnöseliger Junior eines reichen Daddys, der ihn fortwährend demütigt. Haben die mit dem Mord etwas zu tun? Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) stehen wieder mal den weißgelockten Kopf schüttelnd vor den Möglichkeiten "moderner Technik" und suchen nach Ansätzen, den Fall aufzuklären. Seit 1991 er-mitteln die Kommissare. Zwei Grimme-Preise gab es und zahlreiche weitere Auszeichnungen.

Der achtzigste Münchner "Tatort" ist eine inszenierte Abschlachtung der gruseligeren Sorte. Alles bloß Phantasie? Die Idee vom mörderischen Santa (Buch: Michael Comtesse und Michael Proehl) vielleicht.

Bohse fixiert sich aber in seiner klugen Inszenierung nicht auf den Kindesmissbrauch, sondern eher auf den vermutlichen Rächerkreis, der selbst aus seiner Opferrolle nicht herauskommt.

Auf jeden Fall! Der Krimi ist spannend, unheimlich und hat eine krasse Wendung.

"Tatort: Wir kriegen euch alle" läuft am Sonntag, 20.15 Uhr, in der ARD.

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