Khashoggi: CIA-Infos stützen mögliche Schuld Bin Salmans

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Die US-Geheimdienste würden über keine Beweise verfügen, die den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman für den Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi (im Bild) verantwortlich machen würden. Ungeachtet der schweren Vorwürfe im Fall Khashoggi wurde der Thronfolger beim G20-Gipfel in Buenos Aires herzlich empfangen, etwa von US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin.

Der US-Auslandsgeheimdienst sei in den bislang nicht veröffentlichten Dokumenten mit "mittlerer bis hoher" Sicherheit zu der Einschätzung gelangt, dass der saudische Kronprinz Khashoggis Tod "wahrscheinlich angeordnet" habe.

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Der Kronprinz habe die Nachrichten an Saud al-Kahtani verschickt, welcher das 15-köpfige Tötungskommando gesteuert habe, berichtete das Blatt. Ein direkte Tötungsanordnung durch den Kronprinzen liegt dem Geheimdienst demnach aber nicht vor: "Um es klar zu sagen, uns fehlt eine direkte Auswertung, wonach der Kronprinz eine Tötungsanordnung gab", heißt es dem Bericht zufolge in den CIA-Dokumenten.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan forderte beim G20-Gipfel erneut eine Aufklärung des Falls. Nach Angaben der saudiarabischen Staatsanwaltschaft sollten die Agenten ihn nach Saudi-Arabien bringen. "Die saudischen Behörden tun das noch immer nicht", sagte er.

Das nach Istanbul geschickte Killerkommando bestand aus Personen, die dem engsten Sicherheitszirkel um den Prinzen zugeordnet werden. Er kritisierte die "Widersprüche und Lügen" in der offiziellen Darstellung des Falls.

Aus Sicht des Kronprinzen könne Saudi-Arabien nicht die Schuld gegeben werde, solange das Verbrechen nicht "bewiesen" sei, sagte Erdogan. Ihr Inhalt sei der CIA aber nicht bekannt.

Von den Staats- und Regierungschefs beim G20-Gipfel wurde Kronprinz Mohammed freundlich begrüßt. Die Nachrichten seien in elektronischer Form verschickt worden.

Kronprinz Mohammed wird verdächtigt, vom Mord an Khashoggi Anfang Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul gewusst oder ihn sogar angeordnet zu haben. Unter immensem internationalen Druck auf Saudi-Arabien gab die autokratische Regierung erst viel später den Tod des "Washington Post"-Kolumnisten zu". Unter ihnen sind auch jene, die schon von der Regierung in Riad als Schuldige dargestellt oder mit der Tat in Verbindung gebracht wurden. Diese Version wurde international als wenig glaubwürdig angezweifelt. "Wir bewerten es als sehr unwahrscheinlich, dass dieses Team (.) die Operation ohne die Autorisierung von Mohammed bin Salman durchgeführt hat", zitiert das "Wall Street Journal" aus den CIA-Dokumenten.

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