Katar tritt aus der Opec aus

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Im Sommer 2017 hatten Saudi-Arabien sowie Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten hatten ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Verkehrs- und Handelsblockade gegen den Golfstaat verhängt. Stattdessen will sich das Golfemirat künftig noch stärker auf seine Rolle als Weltmarktführer beim Export von Flüssiggas (LNG) konzentrieren, wie Energieminister Saad al-Kaabi am Montag sagte. Der vom britischen Guardian befragte ThinkMarkets-Analyst Naeem Aslam ist da anderer Meinung: Seinen Worten nach haben die Kataris mit dem Ausstieg in diesem Konflikt "im Grunde ihre größte Waffe gezogen" und die Saudis unter Druck gesetzt, weil nun auch andere OPEC-Mitglieder darüber nachdenken könnten, die Ölförderung nur den eigenen Bedürfnissen nach zu gestalten und den Ölpreis auf diese Weise wieder zu drücken. Sein Land setze viel stärker auf Erdgas als auf Erdöl - und das kann es sich leisten. Die Entscheidung basiere auf "technischen und strategischen" Erwägungen. Es sei "ineffizient, sich auf etwas zu konzentrieren, das nicht dein Kerngeschäft ist und das dir langfristig nicht nutzen wird", sagte der Minister. Katar, das auf dem weltweit größten Gasfeld sitzt, will die Produktion von Flüssigerdgas in den nächsten fünf Jahren von jährlich 77 Millionen auf 110 Millionen Tonnen steigern. Beim Erdöl liegt Katar auf dem elften Platz und gehört damit zu den kleinsten Förderern in der OPEC.

Der Kampf ums Öl auf der arabischen Halbinsel spitzt sich zu. Sie werfen Katar vor, "Terrorismus" zu unterstützen und zu enge Beziehungen zum schiitischen Iran - dem Erzfeind Saudi-Arabiens - zu pflegen. Der Einfluss des Emirats auf wichtige Entscheidungen der Organisation war aber gering. In OPEC-Kreisen wurde der Rückzug Katars in erster Linie als symbolischer Akt gewertet. Dort standen immer geschäftliche Interessen über dem politischen Streit.

Der Energieminister von Katar in Doha. Die Organisation stehe womöglich vor einem historischen Wendepunkt.

Katar gehört wegen seiner Gasvorräte zu den reichsten Ländern der Welt. Katar teilt es sich mit dem Iran. Nach der Ankündigung Katars, aus dem Ölkartell Opac auszutreten, scheint der Streit des Emirats mit Saudi-Arabien zu eskalieren. Es sei zudem prinzipiell möglich, dass sich Katar als kooperierender Nicht-Opec-Staat auch weiterhin an die wichtigsten Abkommen des Kartells halten werde, sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch.

Derzeit deutet alles daraufhin, dass diese Kürzung beim kommenden Halbjahrestreffen am Donnerstag und Freitag in Wien verlängert oder gar verschärft wird. Experten führen dies auf einen am Rande des G20-Treffens in Argentinien erneuerten Pakt zwischen Russland und Saudiarabien zur Kontrolle der Förderung zurück.

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