Schach-WM: Magnus Carlsen besiegt Fabiano Caruana im Tiebreak

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Die Partien des Weltmeisters werden zur besten Sendezeit live gezeigt, kommentiert und analysiert, wie man es in hiesigen Landen nur von Fußballübertragungen kennt mit allem Brimborium also. In diesem Format muss der Spieler mit den weißen Steinen gewinnen, er erhält aber eine Minute mehr Bedenkzeit (fünf Minuten) als der Spieler mit den schwarzen Steinen (vier Minuten), dem ein Remis für den Wettkampf-Sieg reicht. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Geschockt von Carlsens Schwächen Der Auftritt des Weltmeisters in der elften Partie der Schach-WM ist enttäuschend.

Unruhig rutschte der Weltmeister auf seinem Stuhl herum und zuckte dann etwas hilflos mit den Schultern: "Ich glaube, ich habe sehr gute Chancen" - mehr fiel Magnus Carlsen nach der zwölften Partie zum bevorstehenden Stichkampf um den WM-Titel (ab 15.45 Uhr MEZ im DW-Liveticker) nicht ein. Das Eröffnungsrecht wird erneut ausgelost.

Der Rekord für die höchste Remis-Quote ist gebrochen und damit die Weltmeisterschaft in London schon mal in die Geschichte eingegangen. In den ersten beiden Partien brachte er seinen Gegner zur Aufgabe, machte im dritten Spiel mit einer Umwandlung eines Bauern zur Dame alles klar. Auch gegen Caruana gilt Carlsen als leicht favorisiert. Bereits vor zwei Jahren hatte er in New York gegen den Russen Sergej Karjakin im WM-Tiebreak mit 3:1 gesiegt. Zum Schluss gewann der Norweger nochmals mit Weiss, auch weil Caruana mit unkonventionellen Zügen ein grosses Risiko einging.

Der 27-Jährige gehörte zur seltenen Spezies der Wunderkinder.

Dazu kommt, dass Carlsen derzeit offenkundig nicht auf seinem Topniveau agiert. Wer sein Lieblingsspieler der Vergangenheit sei, wurde der Weltmeister in London gefragt, und er antwortete schlagfertig: "Das bin ich selbst - vor drei, vier Jahren".

Magnus Carlsen kann eigentlich mit viel Selbstbewusstsein in den Stichkampf am Mittwoch (28.11.2018) gehen.

Am Montag eröffnete Caruana mit einem Doppelschritt des Königsbauern. Carlsen vertraute erneut auf die scharfe Sweschnikow-Variante der Sizilianischen Verteidigung.

Carlsen, der immer wieder offen seine große Nervosität und Anspannung eingestanden hatte, verzichtete dagegen in den letzten Partien auf waghalsige Manöver und verließ sich stattdessen voll und ganz auf seine Stärke im Schnellschach - mit Erfolg. Letztendlich bot er aber dennoch überraschend das Remis an. Im weiteren Verlauf bestimmte der Titelverteidiger das Geschehen und verbesserte Stück für Stück seine Stellung.

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