Pfiffe nach Dortmund - Bayern: Sky muss Reus-Interview unterbrechen

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Der BVB hat kurz vor der Länderspielpause ein dickes Ausrufezeichen gesetzt und den amtierenden Meister Bayern München mit 3:2 im Topspiel besiegt.

Dortmunds Trainer Lucien Favre tauschte seine Startelf im Vergleich zur 0:2-Niederlage in der Champions-League bei Atletico Madrid auf fünf Positionen aus. Für den verletzten Roman Bürki hütete Marvin Hitz das Tor, für Paco Alcácer stürmte zunächst Mario Götze. Für Letzteren war es erst der zweite Bundesliga-Startelfeinsatz in dieser Saison. In der Offensive ersetzte Jacob Bruun Larsen den am Dienstag enttäuschenden Christian Pulisic.

Das Spiel war sofort auf Betriebstemperatur. Plötzlich war die Stabilität im Mittelfeld verloren, gleich drei Großchancen ergaben sich für Dortmund: Reus (59.), Alcacer (62.) und wieder Reus (65.) vergaben, wobei einmal Bayerns Kimmich und einmal dessen Kollege Boateng auf der Linie retten musste. Nach einem Ballverlust von Hummels sprintete Reus Richtung Bayern-Tor. Manuel Neuer nahm den Ball ohne Probleme auf.

Das Spiel gestaltete sich von nun an deutlich offener und beide Mannschaften kamen immer wieder zu kleineren Offensivsaktionen. Sein Pass zu Sancho war aber zu ungenau, Neuer konnte vorzeitig dazwischen gehen. Selbst eine zweimalige Führung durch Robert Lewandowski (26./52.) konnte die Schlappe nicht abwenden.

Im ersten Durchgang dominierte noch der Rekordmeister aus München das Geschehen und nur wenig deutete auf ein derart starkes Comeback der Borussia hin. Die Müchner dagegen prallten an der Dortmunder Defensive ab - bis sie doch eine Lücke fanden. Auf Dortmunder Seite kassierten mit Akanji und Weigl bereits zwei Spieler eine Verwarnung. "Ich war zufrieden, nur mit 0:1 in die Kabine zu gehen". Für den BVB-Torhüter ein Grund mehr, um "voll fokussiert auf das Bayern-Spiel" zu sein. Jadon Sancho schickte Reus in die vielgerühmte Tiefe. Dieser wurde von Neuer im Strafraum gefoult und verwandelte sicher zum 1:1. Die Zweikampfführung stimmte in den ersten 45 Minuten zwar - über 60 Prozent der Duelle gewannen die Dortmunder -, nur lauerten sie fast ausschließlich auf Fehler der Bayern. BVB-Schreck Lewandowski stellte die alte Führung wieder her, als er eine Flanke von Joshua Kimmich aus kurzer Distanz ins Tor köpfte. "Ich habe viele Spiele der Bayern in dieser Saison gesehen, aber sie waren nie so stark wie in diesen 30 Minuten", meinte Favre. Nach dem Ausgleich der Bayern war dieser Eindruck schnell wieder dahin.

Dennoch hatten die schnellen BVB-Profis Räume für Konter.

Mittendrin - und einer der Matchwinner: BVB-Kapitän und Doppelpacker Marco Reus. "Wir sind nicht so arrogant, wie ihr alle glaubt", versuchte sich der wortgewaltige Klubboss in der ungewohnten Underdog-Rolle: "Man kann ja nicht nach Dortmund fahren und sagen, ich will einen Dreier einfahren". In der fünften Minute der Nachspielzeit wurde Lewandowskis 3:3 wegen Abseits zu Recht nicht anerkannt. Glücklicherweise stand er aber im Abseits und so blieb es beim 3:2.

Da lacht das Fußballherz: Am Samstagabend kommt es zum absoluten Bundesliga-Topspiel zwischen Tabellenführer Borussia Dortmund und dem eigentlichen Platzhirschen FC Bayern.

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